{"id":519,"date":"2014-06-30T19:31:21","date_gmt":"2014-06-30T19:31:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jennymainuyen.de\/?p=519"},"modified":"2014-06-30T19:31:21","modified_gmt":"2014-06-30T19:31:21","slug":"der-titel-des-romans-und-andere-vertraulichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.jennymainuyen.de\/?p=519","title":{"rendered":"Der Titel des Romans! Und andere Vertraulichkeiten&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die Verf\u00fchrung eines Blogs besteht darin, alle Vertraulichkeiten des Tagebuchf\u00fchrens mit einer \u00d6ffentlichkeit zu teilen, f\u00fcr die man weder Gesichter, noch Stimmen hat und aus der die Fantasie also nur ein Spiegelkabinett machen kann, ein Schillern und Blinken hundertfacher Selbstreflektion. Heute werde ich dieser Verf\u00fchrung erliegen.<\/p>\n<p>Aber zuerst die offiziellen Neuigkeiten: Der Titel des kommenden Romans steht fest! Es hat ein Weilchen gedauert, weil die Titelfindung nicht nur Sache der Autorin ist, sondern auch des Verlags. Was hei\u00dfen soll: Der Verlag entscheidet zum Schluss.<\/p>\n<p>Aber ich bin sehr gl\u00fccklich mit dem Titel, da er (was leider nicht immer der Fall ist) zur Geschichte passt wie das Kraut auf Sauce (was in diesem Zusammenhang eine h\u00fcbschere Vorstellung ist als die Faust auf dem Auge). Lange Rede, kurzer Sinn \u2013 wenn ich vorstellen darf, so lautet mein Jugend-Fantasy-Roman, der Anfang 2015 erscheint:<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p align=\"center\">NACHT OHNE NAMEN<\/p>\n<p align=\"center\">\n<p>Was haltet ihr davon? Wahrscheinlich nicht viel, ich m\u00fcsste erstmal was zum Inhalt sagen. Nun, der Titel ergibt sich aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<ol>\n<li>In einer Nacht in Berlin wird ein junges M\u00e4dchen ihren Namen f\u00fcr sich behalten, was weitreichende Folgen hat&#8230; denn um einen Pakt mit einem D\u00e4mon zu schlie\u00dfen, muss man seinen wahren Namen nennen. Wer das nicht tut \u2013 nun ja, der kommt vielleicht nicht gleich in Teufels K\u00fcche, aber definitiv in die Unterwelt!<\/li>\n<li>Wir leben in einer Welt voller Begriffe. Menschen haben die possierliche Eigenheit, alles um sich und in sich zu benennen. Doch diese Welt schwimmt in einer Dunkelheit, die von Worten nicht zu erfassen ist. Das Unsagbare umgibt uns, ob wir wollen oder nicht &#8211; eine ewige Nacht ohne Namen. Und das spielt in dem Roman eine entscheidende Rolle. Denn die Hauptfiguren wollen in dieses Unsagbare <em>einbrechen.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich durfte das alles schon verraten. Wenn nicht, hoffe ich desweiteren, die lieben Lektorinnen von dtv lesen meinen Blog nicht. ^^<\/p>\n<p>Und weil kein Blogeintrag ohne Illustration auskommt, hier eine Szene aus NACHT OHNE NAMEN:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jennymainuyen.de\/uploads\/Unwelt.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-large wp-image-520 aligncenter\" alt=\"Unwelt\" src=\"http:\/\/www.jennymainuyen.de\/uploads\/Unwelt-1024x812.jpg\" width=\"500\" height=\"396\" srcset=\"http:\/\/www.jennymainuyen.de\/uploads\/Unwelt-1024x812.jpg 1024w, http:\/\/www.jennymainuyen.de\/uploads\/Unwelt-500x396.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich habe ja schon angek\u00fcndigt, dass ich heute Abend besonders vertrauensselig bin. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle etwas \u00fcber mein Privatleben erz\u00e4hlen. Wer davon nichts wissen will, um sich zum Beispiel meine B\u00fccher nicht mit zu vielen Informationen \u00fcber die Schriftstellerin dahinter zu verh\u00e4ngen, muss hier Halt machen.<\/p>\n<p>Alle anderen d\u00fcrfen jetzt n\u00e4her r\u00fccken. Ich bin gerade furchtbar aufgeregt, weil sich mein kleiner Bruder in diesem Moment Berlin n\u00e4hert, um bei mir zu wohnen. F\u00fcr immer. Oder so lange, bis er eine eigene Bleibe gefunden hat. Daher vermute ich, er klebt mir f\u00fcr alle Zeiten an der Backe.<\/p>\n<p>Das ist eine seltsame Ahnung. Meine letzten zwei Stunden in friedlicher Einsamkeit machen mich zugleich vibrierend vor Sorge und Vorfreude; denn ich liebe meinen Bruder ja, aber wenn sich Liebe mit Abh\u00e4ngigkeit vermischt und das Bed\u00fcrfnis nach N\u00e4he zu zwangsl\u00e4ufiger N\u00e4he wird, k\u00f6nnen Beziehungen ganz sch\u00f6n darunter leiden. Zudem ist unsere Familie ein komplizierter Haufen, wenn man es nett ausdr\u00fccken will. (Weniger nett w\u00e4re: Keimherd psychischer Krankheiten.) Mein Bruder ist der einzige, mit dem ich noch eine innige Bindung habe, daher kann ich mir \u00fcberhaupt nur mit ihm ein Zusammenleben vorstellen.<\/p>\n<p>Wird es gut gehen? Werde ich ihn zu Tode bemuttern? Werden wir jeden Tag rumalbern? Komme ich \u00fcberhaupt noch zum Schreiben? Ach, auf all das bin ich nerv\u00f6s gespannt.<\/p>\n<p>Der Zufall will es, dass ich mir in NOIR bereits ausmalte, wie Bruder und Schwester zusammenleben. Wer das Buch gelesen hat, wei\u00df, dass das nicht gerade reibungslos vonstatten geht. Manchmal imitiert nicht die Kunst das Leben, sondern das Leben die Kunst. Hoffentlich aber nicht zu genau&#8230;<\/p>\n<p>So, das war es mit den Vertraulichkeiten f\u00fcr heute.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe in die dunklen Tiefen des Netzes munkelt:<\/p>\n<p>eure Jenny-Mai<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verf\u00fchrung eines Blogs besteht darin, alle Vertraulichkeiten des Tagebuchf\u00fchrens mit einer \u00d6ffentlichkeit zu teilen, f\u00fcr die man weder Gesichter, noch Stimmen hat und aus der die Fantasie also nur ein Spiegelkabinett machen kann, ein Schillern und Blinken hundertfacher Selbstreflektion. Heute werde ich dieser Verf\u00fchrung erliegen. Aber zuerst die offiziellen Neuigkeiten: Der Titel des kommenden Romans steht fest! Es hat ein Weilchen gedauert, weil die Titelfindung nicht nur Sache der Autorin ist, sondern auch des Verlags. Was hei\u00dfen soll: Der Verlag entscheidet zum Schluss. 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