Fazit: Spam, Kommentarschwund, Backupmangel

AndereGeschichte-oger

 

Da hat man sich gemütlich auf seinem Blog eingerichtet und fühlt sich ganz zu Hause, und was kommt dann? Spam. Nerviger, dummer Viagra-rezeptfrei-aus-Indien-Spam. Wenn die wenigstens Medikamente anböten, die meine Bedürfnisse ansprechen. Vicodin, irgendwer? Valium vielleicht? Ritalin meinetwegen auch. Aber nö, stattdessen 5000 Links zu einer Autoversicherung. Autoversicherung? Ich hab nicht mal den Führerschein, Leute! Wer seid ihr, Spammer? Ich stelle mir einen Haufen kettenrauchender Misanthropen vor flimmerigen Bildschirmen in irgendeinem Land vor, in dem die politische und wirtschaftliche Lage eher Bauch-am-Boden ist. Aber vielleicht seid ihr gar keine Menschen, sondern Maschinen, auf Nervtötung programmierte Frankensteinmonster. Was euch natürlich spannend macht, keine Frage. Ich würde gern mit euch in Kontakt treten und alles über euch erfahren. Offenbart euch, verbergt euch nicht hinter eurem grässlichen Machwerk!

Und als sei die Spam-Attacke nicht genug, verschwanden jetzt auch noch die Leser-Kommentare der letzten beiden Testlesewochen spurlos. Ja, spurlos. Denn ich hab nie Backups gemacht und mich auch nicht um automatische Sicherungen gekümmert. Ächz.

Vor hundertfünfzig Jahren hätte ich einen literarischen Salon neben meinem Speisesaal geführt, zu dem kultivierte Menschen allsonntäglich gepilgert wären, um das nächste Kapitel NoN bei Tee und Gebäck zu besprechen. Der Samstag hätte Zola gehört, und am Montag wären wir mit Flaubert diskutierend über die Champs-Élisées flaniert, und am Mittwoch gäbe es das literarische Diner bei den Goncourts. Aber heute treffen wir uns im Internet, und das Internet ist buchstäblich der öffentlichste Ort der Welt.

Wenigstens sind noch keine Trolle gekommen, das ist doch schon mal was.

 

Morgen wird es statt eines Kapitels eine kleine Video-Überraschung geben. Sonntag darauf sollten die Funktionen des Blogs aber auf jeden Fall wieder tüchtig sein, sodass es mit dem Lesen weitergeht. Es sind nicht mehr viele Kapitel!

 

Eure Jenny

 

12 Comments

Filed under Blog, Nacht ohne Namen

12 Responses to Fazit: Spam, Kommentarschwund, Backupmangel

  1. Huhu :)
    Ich habde dich und dein neues Buchgerade erst entdeckt und freue mich schon auf die Veröffentlichung. Deine Illustrationen finde ih ja auch große klasse, ich hab gerade schon begeistert alle Beiträge durchgestöbert um sie mir anzusehen.
    Liebste Grüße, Krissy

  2. Marius

    Waaaas? Keine Backups? Als Mann vom Fach muss ich dich nun aber tadeln und dir sagen, wie wichtig automatisierte, tägliche Backups sind! ;)
    Vielleicht bietet dein Hoster All-inkl sowas ja an?
    Mit ziemlicher Sicherheit sind diese Trolle eher zombieoide, seelenlose Maschinen. Aber auch mit denen könnte man sich ja mal über die Sinnigkeit und Unsinnigkeit von Spam streiten. Zumindest du. Vielleicht in deinem nächsten Roman „Nacht ohne Spam“ oder so? :)

    • Jenny-Mai Nuyen

      Marius! Erstmal danke für den Hinweis, dass die Kommentare nicht erscheinen. Ich bin echt eine Blindschleiche beim Bloggen… Jesus.
      Inzwischen werden bei mir automatische Back-ups gemacht. Nur die Kommentare, die davor verschwanden, sind mit dem Winde verweht.
      „Nacht ohne Spam“! :D :D In einem Sci-Fi-Roman, wo in der Zukunft die Menschen nur noch im Cyberspace unter der Knechtschaft aggressiver Werbung leben, könnte das in der Tat ein spannender Plot sein…

  3. Luc

    Höre ich da ein wenig Enttäuschund darüber, dass du in der heutigen Zeit lebst, und dich mit dem unkultivierten Internet abgeben musst statt mir Lesesalons, Tee und Kammermusik?

    Ich gehe davon aus, dass du den Film Midnight in Paris kennst? Falls nicht: unbedingt anschauen!

    Im heutigen Video ist mir in der Verlagsbroschüre aufgefallen, dass das Buch wieder als Jugendliteratur geführt wird. Ich denke, dass deine Bücher durchaus Jugendlichen gefallen werden, aber mir mit meinen 36 Jahren ebenfalls. Und wenn ich mich hier im Blog umschaue, denke ich auch, dass hier alle Altersgruppen vertreten sind, sie aber eh irrelevant sind und man oft nicht mal wissen kann, wer wie alt ist. (Lizzy hielt ich ja z.B. für eine Lehrerin oder Lektorin… sie stellte sich aber als Schülerin heraus.)

    Dennoch frage ich mich, ob dich diese Vermarktung unter Jugendliteratur nicht ein wenig nervt, ähnlich wie der Hollywood-Drehbuchautor sich die alten literarischen Salons zurück sehnte.

    • Jenny-Mai Nuyen

      Hey Luc!
      Ich antworte erst jetzt, weil dein Kommentar von meinem neuen Spam-Filter aufgehalten wurde und mir das erst jetzt auffiel … Marius zum Dank! Hoffentlich liest du das hier noch.
      „Midnight in Paris“ ist ein Woody Allen Film, den ich noch nicht gesehen habe. Aber danke für den Tipp! Mein Lieblingsfilm über Schriftsteller, bzw. Drehbuchautoren ist bisher „Sunset Boulevard“ von Billy Wilder. Da sieht man auch schön, wie sehr die Ansprüche der Schreibenden und die ihres vermeintlichen, von Produzenten beschriebenen Publikums auseinander gehen.

      Zum Thema Jugendbuch: Um ehrlich zu sein, diese Sparten sind mir ganz egal, solange ich schreiben kann, was mir wichtig ist, und das Buch die Leser erreicht, die sich dafür interessieren. So geht es den meisten Schriftstellern, die ich kenne. Die Sparten entscheiden allerdings darüber, in welches Regal man im Buchhandel einsortiert wird, und da kann es schon mal passieren, dass man gar nicht von den richtigen Lesern gefunden wird. Beispiel: Isabel Allende hat doch gerade einen Krimi geschrieben, aber weil ihr deutscher Verlag eigentlich kein Genre macht, ist sie in der Belletristik oder Hochliteratur einsortiert. Dort entgeht sie dem Publikum, das sie eigentlich anspricht.
      Aber diese Probleme ergeben sich eigentlich nur in großen Buchhandlungen, wo nicht mehr genug kompetente Buchhändler eingestellt werden. In meinen beiden Lieblingsbuchhandlungen in Berlin, dem „Otherland“ für Fantasy/Sci-Fi und dem „Hammett“ für Krimis, kann man gar nicht ins falsche Regal geraten, weil sowohl der Käufer als auch das Buch eine persönliche Betreuung erfährt. In diesem Sinne: Es leben die kleinen und unabhängigen Buchhandlungen!

  4. Laurence

    Hallo Jenny
    Spams sind echt ätzend. Ich hoffe das gibt sich wieder und drücke die Daumen.
    Ick freu mir auf morgen :-)
    Ganz liebe Grüße
    Laurence

  5. Jenny Huang

    Ach du liebe Zeit, sowas ist wirklich nervtötend. Erinnert mich stark an meinen E-Mail Account, wo ich auch wöchentlich einen ganzen Batzen von Viagrawerbung bekomme. Ich meine, im Ernst…einem Mädchen Viagra andrehen? Was soll denn da ihrer Meinung nach steigen? Die Nase etwa? Bei sowas einfach nur müde lächeln und ignorieren (wobei ich mich auch dafür interessiere, wer dafür zuständig ist..oO)
    ich freue mich auf jedenfall auf die Sonntagsüberraschung und hole die Kapitel fleißig nach, die ich aus Zeitmangel nicht hatte lesen können :3
    dir noch einen super Nikolaustag mit viel Tee und Gebäck (und wenn du mal tatsächlich in Erwägung ziehen würdest, solch einen Salon zu führen, wäre ich sofort dabei! ;))

  6. Alice

    Dieses Bild wird mir auf ewig im Kopf hängen bleiben. Die angriffslustigen Spam-Trolle, die nur darauf warten, den angenehmen Lesefluss in Foren zu zerstören, dein Postfach vollzustopfen oder in MMo’s den Chat dermaßen zuzuspamen, dass du die Gildennachrichten nicht mehr lesen kannst^^
    Immer dann wird mir dieses Bild durch den Kopf schießen und ich werde daran denken, dass ich nicht die einzige leidende bin ^^

  7. Lizzy

    Ja, die Spams hab ich auch bemerkt *knuddelwusel* ich freu mich schon wahnsinnig auf morgen ^^

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