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Heute erscheint HEARTWARE!

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Fühlt sich an wie beim ersten Mal.

Vielleicht, weil mit HEARTWARE tatsächlich zum ersten Mal ein Thriller von mir erscheint.

Oder einfach, weil ich seit Anfang 2015, als ich den Roman fertigschrieb, sehnlich darauf warte, die Geschichte mit euch zu teilen und eure Reaktionen zu erfahren.

Es ist fast unmöglich, seine eigene Arbeit zu beurteilen, weil man als Autor nur das große Gesamtkonzept und die etlichen Puzzlestücke sieht, aber nie beide vereint in einem Strom erlebt. Ich weiß nur, dass ich teilweise wie besessen an der Geschichte geschrieben habe und so glücklich dabei war, dass alles Weitere – ein Buchvertrag, Erfolg, Euronen – zweitrangig schien. Hätte das Manuskript nie meine Schublade (meine Cloud) verlassen, würde ich nicht bereuen, ihm acht Monate meines Lebens gewidmet zu haben. Kann es ein größeres Glück geben? Nicht für einen Autor, denke ich.

 

Falls ihr noch nicht sicher seid, ob ihr euch HEARTWARE zulegen sollt oder doch lieber ein H&M-Shirt oder ein leckeres Mittagessen (oder, Blasphemie, irgendein anderes Buch), dann genehmigt euch doch mal ein auditives Appetithäppchen. Vielleicht mundet, äh, ohret es euch ja. Trotz der antiken Aufnahmequalität:

 

 

 

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Neues von Hassan: Tanze, lache, weine. Alleine.

Da habe ich fast ein ganzes Skizzenbuch voller HASSAN-Comics und merke erst jetzt, dass ich davon kaum eine Hand voll hergezeigt habe. Ich bin leider eher schlecht darin, mich in die Welt rauszuhängen. Wobei ich das ja jetzt nachhole. Wohlan, ein neuer, eigentlich schon alter (wie könnte er sonst sein?) HASSAN!

Worum geht es bei HASSAN WELTHASSER*IN? Nun, sie ist die Personifizierung meiner Häme – meine allergische Überreaktion auf instagramtaugliche Motivationssprüche und alles Süßliche in der Welt. Irgendwohin muss ja jeder von uns seinen Schatten werfen. Schleudern. Schreiben.

Diesmal geht es um das Glück, dessen sich die unabhängige, selbstliebende Frau von heute ermächtigen kann, wenn sie zum Beispiel Musik von Matthias Schweighöfer hört. (Hassans Zuneigung zu seinem Lieblingsstar ist gemeinhin bekannt dank dieser und dieser Episode.)

 

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Bisher habe ich HASSAN-Comics nicht am Computer bearbeitet, aber hier wollte ich mal ausprobieren, wie das Ganze ohne die erschlagenden Gefängnisbalken-Trennwände wirkt. Was findet ihr besser?

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Gibt es ein Thema, zu dem ihr euch einen HASSAN wünscht? Flüchtlinge, Trump, Massentierhaltung, Abtreibungsgesetze, Fettleibigkeit? Es gibt so vieles. Wenn ihr mir Tomaten zuwerft, kann ich daraus eine Arrabiata machen.

 

 

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Keine Lust auf Schreiben – soll man sich zwingen?

Schreiben sollen und nicht wollen: Das Phänomen betrifft nicht nur Schriftsteller, die damit ihr Leben finanzieren. Ich erinnere mich, wie ich als Teenager voller Vorfreude aus der Schule kam, um mich an den Computer zu setzen, das Dokument mit meiner Geschichte zu öffnen und – keine Lust zu haben, da weiterzuschreiben, wo ich zuletzt aufgehört hatte. Was tat ich in solchen Momenten? Ok, Mahjong spielen. Was tut die reifere, von Schreibkrisen und finanziellen Sorgen geschüttelte gestählte Jenny?

Ich muss die Arbeit an einem Text immer mit einer Liebesbeziehung vergleichen: Man tänzelt zum vereinbarten Ort, um die geliebte Person zu treffen, und sobald man sich gegenübersteht, ist das Wetter irgendwie umgeschlagen, die Atmosphäre drückt, man fühlt sich von einer Kleinigkeit gekränkt, das Gespräch kreiselt auf Unannehmlichkeiten zu, man erinnert sich an diesen Selbsttest im Internet, der einem einen Vaterkomplex attestiert hat, und jetzt will man weinen, einfach aus Selbstmitleid weinen oder rauchen oder … usw. usf. In dieser Situation stellt sich nun wie beim Schreiben die Frage, ob man sich zum Weitermachen zwingen soll oder der Laune nachgeben und vorerst die Flucht ergreifen. Ist Zwang bei einer Sache, die doch aus Leidenschaft geschieht, überhaupt sinnvoll?

Nun ja, schon: wenn man einen Abgabetermin hat und das Geld dringend braucht. Aber das ist ein unangenehmer Grund, den sich Berufsschreiber ungern eingestehen. Denn das Buch soll ja ein Werk echter Passion sein, die sich dann hoffentlich auf den Leser überträgt. Man will ein Kunstwerk erzeugen, kein Produkt. Es soll ja auch die Liebe sein und keine Zweckbeziehung. (Hoffe ich mal.) Doch wenn man der Laune nachgibt und sich nicht zum Guten zwingt, droht die Gefahr, dass man sich von der Geschichte oder der Person distanziert – vielleicht für immer. Obwohl ich ein chronischer Zuendeschreiber bin, habe auch ich mindestens sechs, sieben Viertelromane, die wie Golems mit fehlenden Gliedmaßen in meinen Schreibtischschubladen ausharren. (Einen unerschrockenen Blick in, auf und unter meinen Schreibtisch gibt es hier.)

Damit habe ich meine Antwort schon vorweggenommen. Ich denke, man sollte sich nicht zwingen, etwas zu schreiben, auf das man keine Lust hat. Man sollte aber auch keinen Launen nachgeben, die vielleicht vom Wetter oder den wirren Träumen letzter Nacht oder einem total bedeutungslosen Internet-Selbsttest verursacht sind. (Pff, Vaterkomplex, mein Daddy sieht das anders.) Der goldene Weg führt wie so oft im Zickzack durch die Mitte. Wenn ich an einem Tag keine Lust auf meinen Roman habe, dann gebe ich mir Zeit, um einen neuen Zugang zu finden. In dieser Zeit versuche ich aber, etwas anderes zu schreiben. Irgendwas will immer Worte finden, sei das nun ein Gedichtversuch, eine kleine Betrachtung, ein Kommentar unter einem Onlineartikel oder ein Blog-Eintrag wie dieser. (Soviel dazu, wie es heute um meinen Roman und mich bestellt ist.)

Hm, ich habe das Schreiben ja als Analogie für Liebesbeziehungen gedacht.Wie kriege ich das jetzt mit den Ansprüchen der Treue vereint? Ich würde sagen … ja, wenn man die geliebte Person gerade nicht so wertschätzen kann, wie man eigentlich möchte, sollte man sich ein Weilchen auf was anderes Liebenswertes konzentrieren. Manche haben ja nette Familien. Oder Haustiere. Oder erfundene Menschen, über die man Geschichten schreibt…

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Der Buchdeckel: weil alles seine Oberfläche hat.

Bücher soll man nie nach ihrem Deckel beurteilen, sagt ein Sprichwort. Aber soll man Deckel beurteilen? Ja, bis aufs Blut!

„Heartware“, mein neuer Roman, der Ende Juli 2017 erscheinen wird, ist so bedeckelt:

Heartware

Weil die Geschichte ein Mischmasch aus Thriller, Liebesroman und Science Fiction ist, war die Frage nach dem passenden Cover denkbar schwer. Aus rechtlichen Gründen darf ich euch nicht die anderen Versionen zeigen, die die Grafikagentur vorgeschlug. Nur so viel: Es waren helle Anspielungen auf eine der bekanntesten Computerhersteller der Welt, was sehr klug und originell aussah, aber im Grunde wenig mit der Geschichte zu tun hatte. (Nicht, dass die Geschichte nicht klug und originell wäre! Ich rede mich um Kopf und Kragen.)

Zugegeben, Schriftsteller finden nicht selten, dass die – im wahrsten Sinne des Wortes einseitigen – Cover hinter der Vielschichtigkeit der aus Schweiß, Tränen und rasender Egomanie geborenen Schriftwerke zurückbleiben, daher ist meine Meinung hier mit Vorsicht zu genießen. Allerdings sehe ich ein, dass ein gutes Cover nicht die gesamte Handlung eines Romans in ein Bild pressen muss, sondern vielmehr dem potentiellen Leser vermitteln sollte, was ihn erwartet, wenn er sich auf die Lektüre einlässt. Wie vermittelt ein Bild nun ein Gebräu aus Thriller, Liebesroman und Sci-Fi?

Nun, die Antwort seht ihr oben. Ich finde es ganz elegant geraten und mag vor allem die funkelnde, schwebende Skyline. Was meint ihr? In einer Vorgängerversion war noch ein graues Herz in der Mitte, gegen das ich mich vehement zur Wehr setzte, weil es für mich nach Erotikroman oder zumindest nach Krimi im Escort-Millieu aussah…

Ich mäkle wie einer, der meint, es besser zu wissen. In der Vergangenheit habe ich in der Tat immer wieder Cover für meine Romane entworfen. Keins davon wurde je von einem Verlag genommen. Nachvollziehbar, da die technische Umsetzung meiner Ideen eine gewisse Stümperhaftigkeit nie loswurde. Ich bin ja auch keine Grafikerin! Ich bin nicht mal sorgfältig. Am liebsten wäre mir gewesen, meine Entwürfe hätten den Profis der Agenturen als Vorlage gedient … Ein anmaßender Wunsch, gewiss. Andererseits: Kann man etwas anderes als anmaßend sein, wenn es um den eigenen Roman geht?

Hier zwei grobe Entwürfe zu früheren Büchern – „Feenlicht“ und „Rabenmond“, das damals noch anders hieß:

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Hier habe ich den Wald nahe München fotografiert, dazu eine Zeichnung und ein Foto von meinem eigenen Gesicht, das ich bis zur Unkenntlichkeit verzerrte. Ich hatte leider keinen anderen Menschen um mich, den ich dafür hätte hernehmen können. Einsame Zeiten.

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Ach ja. Damals hatte „Rabenmond“ noch viele andere Namen.

Auch bei „Heartware“ habe ich die E-Mail-Postfächer meiner Verlagsleute mit Bilddateien gespamt. Leider ohne Erfolg. Oder zum Glück? Vielleicht ist es ja gut, dass meine vorlauten Einmischungen ins Coverdesign folgenlos bleiben.

CoverSchwarzGold

Die Idee war, eine Computerplatine in Gesichter und in eine Skyline übergehen zu lassen. Wie man sieht. Und dann habe ich verschiedene Hintergrundfarben versucht. (Danke, Julian, dass du mir bei alldem geholfen hast!)

CoverKupfer

 

CoverGrün

So habe ich also viele Stunden mit meinem Freund vor dem Bildschirm verbracht. Auch wenn die Bilder nie gedruckt werden, hat es ziemlich viel Spaß gemacht, sie zu entwerfen. Ich bereue nichts!

Und dennoch: dieser Blogeintrag muss mit einem Seufzen enden.

Seufz.

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Gebet für Terroristen und Konsumenten

Ergebe dich heißt nicht

nicht handeln. Du musst

die Tore in dir öffnen.

Wild wütendes Tun baut Mauern,

will erhalten, doch das Ewige

ist Wandel. Das Schalten, Ordnen,

Rechnen nur für Zwecke ohne Sinn

verbaut Gewissheiten in Särge,

blind für sein Worin.

Erlaub‘ den Sprung hinaus ins Hoffen,

und der Bann, dein Schutzschild,

ist gebrochen. Fürchte nicht,

kaputt zu gehen: Nur wenn du

widerstehst, liegst du im Weg

als Knochenschutt, wirst abgetragen.

Dabei bist du gemacht zum Fließen.

Schöpfst du dich aus tiefstem Grund

glaub ihm! glaub ihm!

wirst du die Unversehrtheit finden.

 

 

Wie immer: Ich bin gespannt auf eure (lyrischen) Kommentare!

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Kleines Selbstmördergedicht

Weil jede Abbildung zugleich schöpferisch ist, deshalb bietet die Literatur Raum für Erfahrungen, die in der Realität zu kurz kommen (sexy Lovestory) oder nicht vorkommen dürfen (Selbstmord). Letzteres war hier mein Versuch: das Hässliche oder Böse in der Glasphiole der Sprache zu versiegeln, die, wenn kunstfertig geschliffen, das Unerträgliche ästhetisch macht.

 

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Du steigst aufs Fensterbrett. Dein Schritt

hebt dich dem Himmel näher: Große Kuppel

Leere, unvorstellbar finster hinterm blauen Bleich

des Sonnensterns. Du weißt, das Nähern

ist vergebens, Mühen gen unendlich.

Nur verlöschen, das ist möglich: zärtlich, wenn du willst,

holt es dich weg. Wie abgeschöpft. Vollständig.

Nach so langem Streben nach dem höhnisch

fernen Oben bleibt als Antwort jetzt ein leichtes,

rasches – hastig, mach es! – Unten.

 

Wie immer: teilt eure Gedichte mit der Kommentarfunktion! (Gern auch sexy Lovestory.)

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Hassan Welthasser*in und das Liebesleben (geht weiter). (Bergab.)

Endlich wieder ein Hassan-Comic! Letztes Mal ging es um Hassans erotische Schwäche für Matthias Schweighöfer, nun kommt die thematische Fortsetzung. Es hört eben nicht auf, das verzwickte Liebesleben. Immer kriegt man, was man nicht will, und manchmal nicht mal das. Aber guckt selbst. Zum Vergrößern wird das Anklicken empfohlen.

Metaebene: Wer ist eigentlich Hassan? Mann, Frau, Asylbewerber, ein Durchschnittsburger wie Kuh und Chicken? Schwer zu sagen. Ich denke, Hassan ist das, was ich im Spiegel sehe, wenn ich das Licht ausmache.

Hassan-Bedürfnisse

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Eine winzige Geschichte über die Möglichkeit von Liebe

Irgendwo zwischen Lyrik und Prosa ist mir diese Geschichte unterlaufen. Ich saß in der Bibliothek und wollte eigentlich an meinem Roman arbeiten, stattdessen kamen mir zwei Menschen in den Sinn, die sich noch nicht kennen, aber vielleicht schon heute Nacht kennenlernen werden. Hier ist ihre Vorgeschichte:

 

Liebesaussicht in Miniatur

 

Als sie klein war, dachte sie,

sie hätte Macht über das Wetter.

Wenn sie sich in den Garten legte,

dem Ekel zum Trotz alle Glieder gespreizt

im wurmigen, wassersatten Gras, sich selbst

als Opfer zu geben bereit für ihren Zauber, dann

zogen zwischen den Dächern die Wolken vorbei

und behielten ihren Regen.

 

Seine erste Erinnerung verfing sich an

der Trinität Heizung-Fensterbrett-Gardine.

Die Heizung machte ihm die Augen eng.

Das Fensterbrett war eine strenge, unverständliche

Grenze im Raum. Die Gardine wehte im Luftstrom,

als wäre sie zauberhaft lebendig und dabei wie eine Fliege

dumm. Er ärgerte sich noch Jahre später, dass sein Gedächtnis

bei so viel Nichtigkeit begann.

 

Als junge Frau erwog sie, auf Partys

zu gehen, um sich angeheitert umzuschauen

oder wenigstens betrunken zu testen, ob andere

sie wollen. Aber es regnete oft. Und sie täuschte

Lerneifer vor, um lieber zu Hause durch Bilder von

Kuchen, Hentai Manga und morbiden Illustratoren

zu klicken. Einsamkeit kann wie ein Daunenkissen sein.

Ein weiches Ersticken.

 

Er zeigte seine Zeichnungen der Verwandlung

(Motten zu Feen zu Gedärm) auf einem blog

den paar Augen der Welt. Das war sein Hobby:

die geheimste Wahrheit in Datenspeicher betten,

theoretisch sichtbar für alle, faktisch ein Krill im Netz.

Doch auch ein winzig-stimmiger Gesang, ein einziges

Staubkörnchen Zauber lockt eines Nachts – bestimmt irgendwann! –

einen einsamen Putzfisch an.

 

Habt ihr kleine Texte zwischen Lyrik und Prosa? Oder wollt ihr zu meinem Bastard einen Schicksalsgenossen in die Welt setzen? Nur zu, füllt die Kommentare. Ich würde mich freuen, von euch zu lesen.

*

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ACHTUNG! *Obergeheim bis JETZT* Inhaltsangabe zum neuen Roman! °.°

Moment, Moment. Bevor ihr euch auf die Inhaltsangabe stürzt, ein Wörtchen vorweg. Ich sollte die Geschichte für den Verlag in wenigen Sätzen (5 bis 7) auf den Punkt bringen. Was immer schlimm bis unmöglich ist. In diesem Fall tendierte es notgedrungen Richtung „schlimm“. Der Inhalt ist extrem verkürzt, teilweise zusammengemogelt und ein bisschen reißerisch aufgeplustert. (Soll das heißen, Autoren belügen ihre Verlage? Mais non! Aber einen Autor zu 5 – 7 Sätzen bewegen, das ist wie eine Aussage um ein paar Wörter kürzen: „Ich finde Lügen gar nicht schön, aber notfalls in Ordnung.“)  Darum habe ich die Inhaltsangabe hier mit Fußnoten versehen, die euch unter den schamlosesten Plattitüden die Falltür in den Tiefsinn weisen sollen. Ansonsten ist alles unverändert geblieben. Viel Vergnügen.

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Jenny-Mai Nuyen

HeartWare*

(Arbeitstitel)

Roman, ca. 360 Seiten**

Arbeitszeitraum: November 2014 – Januar 2016

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Adam Eli, 26, bemüht sich nach einer kriminellen Jugend um ein halbwegs anständiges Leben***, doch seine erste Liebe Willenja Ćuruvija, genannt Will****, kann er nicht vergessen: Bis heute weiß er nicht, ob sie ihn bei einem gemeinsamen Coup in eine Falle lockte.****

Antwort darauf verspricht der Internettycoon Eugen Balthus, der Aufzeichnungen von Wills Therapiestunden anbietet, sofern Eli sich an der Suche nach Will beteiligt. Denn die junge Frau hat den Prototyp einer künstlichen Intelligenz gestohlen****** – um Geld zu erpressen oder vielleicht sogar einen Terroranschlag zu verüben.*7

Von Dubai  bis in die Urwälder Boliviens begleitet Eli die Hackerin*8 Mariel Marigny, die vergeblich versucht, Eli zu verführen und dabei immer größere Gewissensbisse bekommt – denn Marignys wahrer Auftraggeber ist nicht Eugen Balthus …*9

Als sich auch noch ein mysteriöser Geheimdienst*10 einschaltet, versucht Will Eli auf ihre Seite zu ziehen: Sie behauptet die künstliche Intelligenz lediglich vor den Menschen beschützen zu wollen. Ausgerechnet für eine Maschine will die eiskalte Diebin Mitleid entwickelt haben. Sagt Will diesmal die Wahrheit? Können Menschen sich ändern? Kann eine Maschine wirklich leben?*11

Eine Geschichte über Menschlichkeit.*12

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*Ein närrischer Titel. Ich verheimliche ihn nicht. Möge er euch dazu rühren, bessere Ideen vorzuschlagen!

**Hrchm. Es wurde dann doch etwas länger. So um ein DRITTEL.

***Als Dauerstudent und ghost writer für Hausarbeiten. Was bedeutet, er kann nicht loslassen und ist wortgewandt. Und arm. Beste Leute.

****Genannt Will von Eli, niemandem sonst. Sie hat nämlich so viele Namen wie falsche Pässe, aber keinen Menschen außer ihm, der ihr nahe genug stünde, um sie nach einem Kronprinzen zu benennen. „Will“ sollte sie – aus Autorenperspektive – auch deshalb heißen, weil sie ein Giermäulchen ist und den absoluten Willen zur Macht verkörpert!

*****Na, was wohl? Nein, wirklich. Das ist gar nicht so einfach zu ergründen.

******Ok, das war ein gigantischer spoiler. Indessen werden die Fußnotensternchen immer länger.

*7 Sternchen werden ab hier abgekürzt. Die große Frage bei Willenya ist: Tut sie, was sie tut, aus Eigensucht oder aus neu entwickeltem Idealismus? Wäre Eigensucht angesichts ihrer schlimmen Kindheit verständlich? Und läge sie mit ihrem Idealismus richtig – würde er sogar Verbrechen rechtfertigen? Mich hat bei dieser Geschichte vor allem die Frage nach dem Bösen interessiert, das irgendwie nachvollziehbar ist und trotzdem unverzeihlich, und dem Guten, das so leicht falsch liegen könnte und trotzdem absolut sein muss.

*8 Ja, Marigny ist eine Hackerin, die prototypische Heldin also des digitalen Zeitalters. Und noch dazu ist sie eine gute Hackerin. Um nicht ins Klischee abzusinken, habe ich wirklich versucht, sie als Menschen zu verstehen. Eine Überfliegerin, angetrieben von dem unstillbaren Drang, überfliegerisch zu sein. Weil sie so sehr um Anerkennung und Coolness bemüht ist, finde ich sie gleichermaßen nervig und liebenswert. An ihr wollte ich einige Erfolgsmotive unserer Gesellschaft auseinandernehmen, ohne Marigny dabei unsympathisch werden zu lassen. Bin so gespannt, ob mir das in euren Augen gelungen ist (sein wird).

*9 Siehe Fußnote ******.

*10 Der „Geheimdienst“, der eigentlich keiner ist, spielt von Anfang an eine Rolle. Ich habe in der Inhaltsangabe nur so getan, als käme er später, weil ich mich knapper ausdrücken musste als es dem Wust der Geschichte eigentlich angemessen wäre. Jedenfalls gibt es in dem „Geheimdienst“, der keiner ist, ein paar Figuren, die ich sehr gerne geschrieben habe. Aber ob ihr sie auch mögen werdet? Sie sind teilweise furchtbar böse und homosexuell******, was in keinerlei logischem Zusammenhang steht.

*11 Womit natürlich die KI und Willenya gleichermaßen gemeint sind!

*12 Klingt jetzt ein bisschen antiklimaktisch. Was ich damit sagen wollte, aber aus Bescheidenheit nicht wagte und aus Überschwang nun nachhole, ist: „Eine Geschichte über das Essentielle der Liebe, die Frage nach Identität und ob es überhaupt so etwas wie wahre Antworten geben kann inmitten des Treibguts, das eine Person ausmacht … Ausdifferenzierte Meinungen dazu finden Sie in DIESER Geschichte!

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Nach dem Winterschlaf …

Es ist wahr, manchmal schrumpft meine Welt. Sie kann so klein werden, dass nur noch meine Wohnung, mein Computer, ein paar Menschen hineinpassen. Oder nur ein Mensch. Oder ein einziges Buch. Oder ein sehr minimalistisches Handyspiel.

Mein letzter blog-Eintrag ist fast vier Monate her, und das weiße Blatt (Hintergrundleuchten), auf das ich diese Buchstaben setze, kommt mir bedrohlich grenzenlos vor. Aber immerhin: Ich bin nicht gestorben und nicht komplett in Eigenbrötlerei verbacken, ich habe nur ein paar Monate vor mich hingedöst. Und ja, auch einen Roman zu Ende geschrieben. (Dösen ist der Rohstoff fürs Schreiben.)

Und für diesen Roman gibt es auch einen Vertrag! Das heißt, er wird veröffentlicht und dann könnt ihr ihn lesen und fünf Jahre lang all euren Bekannten zu jedem Geburtstag schenken. Das Gute zuerst:

 Worum geht es?

Um die Liebe, natürlich. Diese unerschöpfliche, schmutzige Ölbohrinsel.

Und um künstliche Intelligenz. Genauer künstliches Bewusstsein. Falls so etwas denkbar ist. Falls man überhaupt denkbar machen kann, was Bewusstsein ist. Ich habe da, hrchm-hrchm, natürlich eine kleine Theorie entwickelt … *Fingerkuppen-aufeinander-bettend*

 

Wie heißt der Roman?

Wenn ich das wüsste, dann würde ich den Verlag bitten, den Roman auch unter diesem Titel zu veröffentlichen. Aber ich bin voll-komm-en ideenlos, was das betrifft. Ich muss Roulette spielen und die Titelfindung den freundlichen Mitarbeiterinnen des Verlages überlassen. Oder hat jemand von euch einen Einfall? Ich würde es mit einer phatten Danksagung entlohnen. Dass der Titel mit der Geschichte zusammenhängt, ist, wie die Leseerfahrung uns zeigt, von zweitrangiger Wichtigkeit. ^^

 

Wann erscheint der Roman?

Übergangslos sind wir zum Schlechten vorgerückt! Denn der Roman wird aufgrund verlagsinterner Planungsmaßnahmen blablabla frühestens im

Mai 2017

erscheinen. Ja, Mai 2017. Spätestens im September 2017. Mehr als ein Jahr in der Zukunft. Dann wird es über zwei Jahre her sein, dass ich den Roman zu schreiben anfing. Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie sich das anfühlt. Etwa so, als wäre man ein sprungfedriger Luftballon, der gleich platzt – und dann in der Ecke vergessen wird und langsam ausschrumpelt.

Um die Wartezeit zu verkürzen, werde ich versuchen, wieder eine Testleseaktion hier auf dem blog zu veranstalten – vielleicht schon Ende diesen Jahres. Ich hoffe, dass das klappt und wieder so eine coole Runde wird wie letztes Mal bei „NoN“!

 

So, und da ich nun wieder aufgetaucht bin, werde ich versuchen, mich öfter an der Oberfläche zu tummeln. Erwartet bald Neues von eurer:

Jenny

 

 

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Hassan Welthasser*in und das Liebesleben

Neues von Hassan, dem Welthasser*in! Ja, mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Zum Vergrößern bitte anklicken.

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Beim Goethe-Institut in den Vereinten Arabischen Emiraten

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Foto mit Abdelasis von der MBR-Foundation, Lyriker Tristan Marquardt, mit mir (ÖÖCH!), Comiczeichnerin Soufeina Hamid alias Tuffix und Bettina Quabius vom Goethe-Institut.

Heute ist mein letzter Tag in Dubai. Zwei Wochen war ich hier, um das Land kennenzulernen und darüber zu schreiben.

Um eine andere Kultur zu verstehen, reichen zwei Wochen gewiss nicht aus. Den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen und möglichst ein, zwei Bodenproben zu nehmen, war das erklärte Ziel. Worauf ich stieß, war weniger das Andere als mein Eigenes: Die Emirate als politischer, religiöser und gesellschaftlicher Gegenentwurf zu meiner Heimat halfen mir zu verstehen, was meine Heimat eigentlich ausmacht, wo ihre Vor- und Nachteile liegen. Ist Demokratie angesichts des Kapitalismus, wie wir ihn in Deutschland haben, tatsächlich der Maßstab für Freiheit? Ist es wirklich Fortschritt, wenn eine Gesellschaft ihre religiösen Werte aufgibt und moralische Fragen, Fragen nach dem Sinn, dem Anfang und dem Ende des Lebens, naturwissenschaftlich behandelt? Ist die Emanzipation bei uns tatsächlich so viel weiter? Differenziert unsere Damenmode – High Heels, Röcke, Kleider – nicht viel mehr zwischen den Geschlechtern als die traditionellen Gewänder der Emirate, die sich hauptsächlich farblich voneinander unterscheiden? (Bei den Debatten über den Schleier vergisst man allzu oft, auch Männer tragen in den Emiraten eine Kopfbedeckung.) In Deutschland sind nur halb so viele Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen wie in den Emiraten. Mir scheint, Freiheit, Wohlstand und Emanzipation können viele Wege gehen, und im arabischen Raum gehen sie ihren Weg. Das ist meine Hoffnung. Für die Emirate, für Deutschland und jedes andere Land unserer Welt.

Während des Austauschprogramms des Goethe-Instituts durfte ich fast täglich inspirierende Persönlichkeiten treffen, etwa die großartige Fantasy-Autorin Noura Al Noman, den Retter der Bücher, Juma Al Majid, die beseelte Poetry-Slammerin Farah Chamma, aber auch leidenschaftliche Verleger, engagierte Professorinnen, einen syrischen Rapper. Und eines Abends am Strand schenkten uns Wildfremde eine riesige Torte. Ich bin dankbar, so viele neue Eindrücke mitzunehmen. Und ebenso viele alte Vorbehalte zurücklassen zu dürfen.

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Mit Tristan Marquardt und Soufeina Hamid konnte ich seriously albern sein. Hier hatten wir einen gleichzeitigen Daumenkrampf vom Fotografieren. Oder ist der Daumen etwa ein Symbol … der Illuminaten?! (Nein.)

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Im Museum haben wir Sachen angeglotzt, ganz europäisch. Irgendwann waren wir auch auf der Buchmesse von Sharja für ein Podiumsgespräch, das wäre vielleicht das spannendere Foto (ich hatte ein Mirko in der Hand). Aber dafür müsste ich auf Instagram danach suchen. Wer die Muße hat, kann das selber tun.

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Insekt am Fenster: lyrische Betrachtungen von euch und mir

Ich war mal wieder eine halbe Ewigkeit nicht hier.

Meine Entschuldigung ist, dass ich in den Kosmos einer Geschichte abgetaucht bin, die ich derzeit schreibe – mit einer Vorgabe von 1000 Wörtern pro Tag. Heute Morgen, als ich weiterarbeiten wollte, habe ich realisiert, dass ich gestern Abend in der Uni-Bibliothek vor Müdigkeit vergessen habe, die aktuelle Version des Manuskripts auf eine Cloud hochzuladen: Jetzt liegt das Manuskript auf einem Computer in der Universität. Und ich liege noch im Bett.

Für Panik um die gestern geleistete Schreibarbeit fehlt mir aber einfach die Energie, es ist sonnig und wohlig hier, ich trage die extra gemütlichen Socken und habe ein Glas kalten Milchkaffee neben mir. Was will man mehr?

Na klar, Gedichte!

Ich habe vorhin ein Gedicht von Seraton im letzten Lyrik-Post entdeckt und war sofort am Haken. Jetzt will ich mehr. Von euch.

Vor einigen Tagen hab auch ich wieder eins geschrieben, das ich mit euch teilen möchte. Der Tod einer Biene (oder Wespe?) war der Auslöser:

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.

.

Insekt am Fenster

 .

Das Flugobjekt, ein Gramm nicht schwer,

liegt still. Die Beine kreuz und quer geknickt,

die Fühler an der Fensterscheibe. Lichtsensoren

spiegeln noch, sie haben kein Verdeck wie Säugetiere

Lider. Noch fällt durch sie ein Bild nach innen, diesen

Rätselbrunnen ohne Grund, wo Milben sich den Bauch

vollschlagen: Geistiges ist nicht zu finden, aber Mineralien

und Protein, um sich zu laben an den ausgeknipsten Kabeln.

(Was heißt schon Geist? Es soll ihn geben in den Wesen,

nicht an Spuren abzulesen, sondern daran, dass sie lesen.)

 .

Reflexe haben hier gewirkt, selbstredend ohne Wissen

von sich selbst (wir wissen das, wir wissen viel) und

keine Grenzen ziehend zwischen Ich und Welt.

Ein Kosmos ohne Schranken, absolut, keine Gedanken.

Nie Vergangenheit. Betraf sie überhaupt die Zeit?

Ergibt es Sinn zu fragen: Was fand die in sich Unbekannte

in ihren Tagen auf der Erde, bevor die Endlichkeit der Stoffe

ihre Allheit auf ein Hirngespinst herunterbrach?

Sah sie das Fehlen eines Auswegs oder immer nur das Positive:

die schöne Wabe Licht im Himmel

hinter unverständlich, undurchdringlich Glas.

 .

 .

Dieses Gedicht quillt nicht so vor Bildern über wie sonst oft bei mir, aber es wäre doch auch langweilig, wenn alles immer gleich bliebe. Was habt ihr in letzter Zeit Neues ausprobiert?

 

Fragt sich:

Jenny

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Sommerbrut (ein Gedicht)

Manche Gedichte brauchen Wochen, Monate oder Jahre, bis die letzten zwei Worte gefunden sind, die wie unentbehrliche Schrauben die Maschine zum Laufen bringen. Monatelang hat folgendes Gedicht in meiner Schublade gewartet, bis es sich endlich fertig anfühlte: wie ein Strauß gepresster Wildblumen, wild durcheinander duftend und zerfallend in Krümel getrockneter Sehnsucht.

 

Mit Federgras Gemalter, gedeihst im Verderb,

dir steht der Sinn nach dem Ruß des Sommers.

Beschönigt wirst du vom Weidengeflüster,

von Schatten in Splittern, die auf dem Weiher

als kosende Zeit wie gerupfte Blüten in Kreisen treiben.

Du singst als Gemahl der Grillen vom Immer,

wo doch jeder außer den Tieren weiß,

dass in allen Momenten das Sterben bleibt.

Wie Spinnenfühler, so zögernd und gierig, schöpfen

deine Finger vom Himmel einen Schimmer Feuchtigkeit.

Lass mich schrumpfen, um vom Trinken aus den Rillen

deiner Haut am Leben teilzunehmen. In der Wiege

meiner Stimme werde ich dein Gewissen sein:

Wörter sind keine leeren Hülsen, sie tragen

den Pollen der Wirklichkeit. Schwörst du vom Lügen ab,

will ich dir glauben mit der Liebe einer Amsel,

ganz Achtsamkeit im Atemlosen, zitternd am Zweig

und laubgekrönt. Da hast du mich, so federglatt,

getropft als Flöckchen aus kommender Nacht,

um in deinem Gemurmel zu schmelzen.

Mein Priester im Kleid aus kichernden Steinen,

stehst in geballter Kühle unterm Rosengezweig.

Blaues Licht badet dich, kein Flügelgewicht

eines Sonnenflecks fängt dein Gesicht. Heliotropen,

wie Mäuler, deren Zähne gezogen, atmen dich an

mit zersprenkeltem Zucker, der in die Hitze

meines alternden Abends schneit.

 

 

Habt ihr euch in letzter Zeit auch lyrisch betätigt? Schreibt mir eure Gedichte in die Kommentare!

Eure Jenny

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Echte Anti-Haltung ist Anti-Anti-Haltung: Nach HASSAN kommen die MUNKLER!

Eigentlich ist das Zeichnen eine Fluchtwelt für mich, wenn es mit dem Schreiben nicht klappt. Eine trotzige Abkehr vom Zwang, vom Beruf, vom Leisten. HASSAN ist für mich zudem eine so genugtuende Negation von allem Schönen, Netten und Erbaulichen, dass der Comic mein persönliches Negativ von Kitsch ist, die konsequente Anti-Haltung:

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(Zum Vergrößern anklicken.)

Aber Anti-Haltungen müssen sich, wenn sie wirklich konsequent sind, irgendwann auch gegen sich selbst wenden. Denn anti sein heißt, alles zu negieren, alles, ALLES!
Ja, und das ist nun auch passiert. Von der Anti-Kraft HASSANs bin ich ins genaue Gegenteil geschleudert worden. Genauer gesagt ins Bett von zwei namenlosen Turteltäubchen, die nachts miteinander über die Liebe munkeln. Wenn ich vorstellen darf – hier kommen die MUNKLER.

Anfangs noch in Schwarzweiß:
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(Anklicken!)

Ich habe drei Tage lang nichts anderes gemacht, als Munkelcomics zu zeichnen. Insgesamt 14 Stück gibt es jetzt. Dann habe ich mir GIMP heruntergeladen und die Munkler am Computer coloriert, was mir einige Stunden bewusstlosen Glücks und eine gerne in Kauf genommene Nackenstarre beschert hat:

 

Munkelläuse-Schlampe-color(& click.)

Bei den Farben bin ich mir noch unsicher. Würdet ihr andere wählen? Oder doch lieber gar keine? Überhaupt, wenn ihr Ideen habt, was die Munkler noch so bereden könnten, bitte inspiriert mich damit – ich bin auf der Suche nach den alltäglichen Niedlichkeiten und Verworrenheiten von Liebesgemauschel.

Aber auch zu Hassan könnt ihr Vorschläge machen – es gibt ja mindestens genauso viele Schrööcklichkeiten, die Hassan erleben sollte, wie es Süßworte gibt, die die Munkler tauschen müssen. Eure Comicwünsche wären die perfekte Rechtfertigung für mich, meine Tage mit Zeichnen zu verbringen. (Bis die Anti-Haltung auch das einholt und etwas anderes fordert, Briefmarkensammeln oder Tätowierungen oder so. Vielleicht werde ich vorher aber auch endlich erwachsen.)

 

Ich werde in den kommenden Tagen versuchen, ein bisschen öfter zu bloggen und neue Comics reinzustellen. HASSAN und MUNKLER immer im Wechsel, damit der Hass und der Zucker sich schön die Waage halten. ^^

 

Eure Jenny

 

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Woran ich schreibe … nicht ohne Hassan!

Die Wochen sind dahingeflogen. Lange war ich nicht mehr auf dem Blog, und das ausgerechnet nach dem letzten Suizid-Hassan. Aber ich lebe noch! Und zwar ziemlich unspektakulär. Fahre morgens nach Dahlem raus, wo die Uni ist, versuche Hegel und Schelling zu lesen und spiele Sudoku und Spider Solitär, höre mir Vorlesungen über die Apokalypse an (sehr bald, sagen fast alle, und das zu allen Zeiten), trinke lecker Mensa-Kaffeeeisbrei (mit extra Sahne) und sitze bis abends an einem Computer in der Bibliothek.

Um zu schreiben, natürlich.

An ganz verschiedenen Romanen.

Na gut, es sind eigentlich zwei Romane. Der eine fiel mir ein wie ein Lichtstrahl, ich glühte regelrecht vor Vorfreude, mich an die Arbeit zu machen. Mir kamen bei der Planung so viele Ideen, wie ich ihn optimieren könnte, wie ich ihn EIGENTLICH schreiben müsste, dass ich am Ende gar nicht mehr wusste, worum es eigentlich geht. Als ich die vermeintliche Essenz der Geschichte in ein perfekt angepasstes Kleid eingearbeitet hatte, war ein neues Gebilde entstanden. Eine penible Allegorie, die vor Starrheit kaum noch lebte.

Ich begann sie zu schreiben. Es fühlte sich recht mühselig an.

Schreiben war für mich nie ein Beruf, sondern immer eine Fluchtwelt vor der Arbeit, der ich mich eigentlich widmen sollte. Daher drängte sich mir just in dieser Zeit eine andere Geschichte auf, die mir schon länger durch den Kopf spukte. Vielleicht war das DIE Idee – das große, fulminante, alle Hoffnungen, der Autor zu sein, der ich sein möchte, ein für allemal bestätigende WERK. Wer schreibt, weiß, wovon ich phantasiere.

Leider werde ich diese in Stein gemeißelte, bzw. in Worten manifestierte schriftstellerische Selbstbestätigung wohl niemals erreichen. Ein Ideal haben heißt, für immer in der Annäherung zu strampeln und sich dabei möglichst wenig peinlich anzustellen.

Als ich das Schreiben abbrach und mich stattdessen an die Ausarbeitung der zweiten Idee machte (das WERK), fühlte ich mich aber bald so überfordert von meinem Anspruch, Gott und die Welt in einer komplex und faszinierend gefalteten Geschichte fassbar zu machen, dass ich wieder zurückflüchtete in die erste Idee, wie sie ursprünglich war.

Ich habe den Kopfsprung gewagt. Jetzt bin ich etwa 40 Seiten drin. Ich muss sagen, es macht großes Vergnügen. Weil ich noch nicht genau weiß, wie die Figuren sich entwickeln werden. Eine Figur mag ich sehr gerne, die andere macht schlimme Dinge, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie doch noch zur Einsicht kommen wird.

Sobald ich mehr weiß, mache ich weitere diffuse Andeutungen. Und sobald feststeht, ob und wenn ja, wo die Geschichte irgendwann zu lesen sein wird, gebe ich das natürlich auch bekannt.

In der Zwischenzeit grübele ich weiter, was die bessere Methode ist: sich intuitiv und dem Gefühl nach in Geschichten versenken oder durch akribische Planung, durch ein steinhartes Konzept nach den Kirschen der Kunst greifen. Einerseits glaube ich, dass man sich überfordern und die Gefahr eingehen muss, sich schrecklich zu blamieren (kein Ideal ohne Erniedrigung), denn wer nicht nach Höherem strebt, kreist nur um sich selbst. Andererseits darf man nicht mit zu viel Zwang an die Sache rangehen, denn ein Werk, das der Autor vollständig durchleuchtet hat, wird nicht zu Leben erwachen. Unter euch sind doch auch ein paar Schreiber – wie geht ihr vor?

Zum Schluss ein neuer Hassan-Comic. Denn Schreiben mag Fluchtwelt sein, Hassan ist Pflicht!

Zum Vergrößern bitte anklicken.

Hassan-Merkel

 

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Neues von Hassan. „In der Ferne Züge: verpasste Suizide“

Hassan ist mein neues Lebensmaskotchen, meine Muse. Einige ihrer/seiner Abenteuer möchte ich mit euch teilen. Zum Beispiel Hassans Reaktion auf unseren Sommeranfang: Herbstspaziergang. Bitte zum Vergrößern anklicken.

Viel Vergnügen.

Hassan-Spazieren

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Larmoyanz schlägt um (sich. Oder in etwas.)

Ich war lange nicht mehr hier. Der Blog fühlt sich an wie ein Zimmer, das ich gemieden habe, und dessen Wände sich kühler, lebloser anfühlen als zuvor, unergriffen von menschlichen Blicken. Das liegt daran, dass ich mich nach dem Erscheinen von NoN und einigen Lesungen so öffentlich fühlte, dass ich eine Weile gar nicht mehr darüber nachdenken wollte, dass diese Geschichte, dieser türenreiche Würfel aus dem Gebäude meines Innenlebens jetzt öffentlich ist, in den Händen von vielen.

Einerseits bin ich sehr interessiert daran, Leser zu treffen, andererseits ist es verstörend, dass sie Fremde sind, obwohl man mit ihnen doch so Intimes teilt. Eigentlich möchte ich jeden Leser mit Namen kennen, wissen, was er oder sie sonst noch liest und vielleicht selber schreibt. Aber dafür müsste ich entweder ein Monstergedächtnis und 72-Stunden-Tage haben oder so wenige Bücher verkaufen, dass ich einen Brotberuf suchen müsste. Irgendwas ist jedenfalls komisch, vielleicht sogar falsch am Publizieren von Geschichten, am Massenpublikum, an der Möglichkeit, viele zu erreichen, die als Einzelne ungreifbar bleiben.

Aber eigentlich wollte ich gar nicht so larmoyant herumfaseln. Vielmehr möchte ich erzählen, was sich in den letzten Wochen auf meinem Schreibtisch ereignet hat.

Nämlich sehr fragwürdige, teils ziellose Dinge. Ich habe einen alten Roman überarbeitet, einen neuen angefangen, auf Eis gelegt. Überlegt, ob meinem Schreiben ein Problem im Weg steht oder ob die Überlegung selbst schon das Problem ist. Mich gefragt, was ich eigentlich kann und ob dies mit dem, was ich will, überlappt. Heikle Fragen, auf die es viel zu viele Antworten gibt! Der einzige Ausweg bestand darin, etwas ganz anderes zu tun. Das hab ich dann auch. Wenn ich vorstellen darf, hier kommt HASSAN:

Hassan-Depression

 

Mit diesen vier Kästchen fing alles an. Hassan ist der negativste Mensch der Welt. Das schien mir ein tragfähiges Konzept, um die Welt in einem Comic zu verhandeln. (Anklicken zum Vergrößern.)

Hassan-Frau

 

Natürlich musste noch mehr über Hassans Persönlichkeit geklärt werden. Und sein/ihr Verhältnis zu Gott:

Hassan-Atheismus

Das war’s erstmal. Wenn niemand aufschreit, kommt bald und regelmäßig mehr von Hassan.

 

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Fetischmädchen (Bericht von der Leipziger Buchmesse)

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Erkältet, zerknittert, sterbensmüde, so komme ich dieses Jahr von der Leipziger Buchmesse zurück – und wie war es toll! Ich durfte so viele interessante Menschen kennenlernen, sogar den einen oder anderen Testleser hier vom Blog. Nach über zehn Jahren Schriftstellerei erschrecke ich mich immer noch, wenn leibhaftige Leute vor mir stehen, meine Innenwelten gedruckt in der Hand, und sich als Bewohner derselben Träume offenbaren. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Vielleicht ist das auch gut so.

Die besonderen Momente der letzten Tage sind kaum zu vermitteln. Zum Beispiel, als mir die Bookwives nach einem gemütlichen Interview im schrankgroßen Hinterzimmer des dtv junior Standes die Beweglichkeit ihres mobilen Traummannes demonstrierten. Oder als ehemalige Analphabeten bei einer gemeinsamen Lesung ihre Geschichte erzählten. Oder als nach einer Lesung auf der Fantasy-Leseinsel „Nacht ohne Namen“ tatsächlich auf dem gesamten Messegelände ausverkauft war. Oder als ich mit dem köstlichsten Besser-als-Cupcakes-Cupcake meines Lebens bezahlt wurde, nämlich vom Café Mintastique für meine letzte Lesung. Dort werde ich mich als Konditorin bewerben, wenn ich irgendwann nicht mehr vom Schreiben leben und nur noch kryptische Lyrik und Süßkram herstellen möchte.

Insgesamt hatte ich kaum mehr als eine halbe Stunde Pause, um die Messe zu erkunden. Mir war gar nicht danach, Bücher zu entdecken. Ich rieb mir die Nerven auf an der Trennung von Unterhaltung und Literatur, sah nur noch Ruhmsucht und Geldgier an sich künstlich abstoßenden Polen. Auf der Brücke zwischen zwei Hallen blieb ich stehen, um die Cosplay-Verkleideten zu beobachten. Menschen, die ihre Traumwelten in die Realität zerrten. Waren sie mutig oder einfach blind für die Unmöglichkeiten? So oder so, ich war ihnen als Voyeurin dankbar, dass sie so bereitwillig Einblicke in ihre Sehnsüchte gewährten.

Ich entdeckte ein Mädchen, das mir besonders gefiel. Sie war ganz schwarz gekleidet, der dralle Leib in der Mitte auf eine aufreizend unbequeme Weise verschnürt, die Nacktheit der Beine mit Strümpfen betont, das Gesicht, blass und weich, von rauchigen, dunkelroten Haaren verschleiert. Sie ging langsam und alleine, scheu auf der Suche, eine wiegende Frage auf hohen Absätzen. Ein Mann, der sie schon länger verfolgte, sprach sie an. Ich hörte ihr Gespräch nicht, ich stand ja oben auf der Brücke. Dennoch war klar, dass der Mann Fotograf war, er zeigte auf seine Kameratasche, fuchtelte nervös mit den Händen, legte den Kopf schief wie ein zwitschernder Vogel, bot ihr eine Visitenkarte an. Das Mädchen stand mit gesenktem Blick da, lächelte beschämt über den Regenguss seiner Komplimente. Schließlich nahm sie die Visitenkarte, der Mann entschlüpfte buckelnd in die Menge. Das Mädchen ging ebenfalls weiter, eiliger jetzt, und in die andere Richtung. Ich glaubte genau zu wissen, was in ihr vorging. Sie hatte sich sorgfältig herausgeputzt, und dafür hatte sie nun die Ehrerbietung bekommen. Das war doch ihre Absicht gewesen, oder? Vielleicht. Aber vielleicht fiel ihr erst jetzt auf, ihr Körper war Tauschware geworden. Ihr Erscheinungsbild, Projektionsfläche für ihre Vorstellung von Schön, war beklebt von Briefmarken großen Fantasien Wildfremder. Sie war Inventar geworden für die Träume anderer. Etwas an ihr selbst ging verloren in diesem Moment, das wusste ich. Daran erinnerte ich mich.

Das Mädchen verschwand unter der Brücke. Ich lief auf die andere Seite, doch sah sie nicht wieder auftauchen. Ich kehrte zurück. Und entdeckte sie: Sie war nur im Kreis gestakst und stellte sich nun an einem Crêpes-Stand an. Ich schmunzelte. Ein Crêpes, um die Nerven zu beruhigen, das war niedlich und machte Sinn. Das Essen würde dem Mädchen wieder die Kontrolle über ihren Leib versichern; er würde wieder ein geborgener Ort von Gaumenfreuden sein, ganz fetischfrei, ganz intim.

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Lyrik-Flashmob #2

Endlich wieder!

Nachdem der erste Lyrik-Flashmob mit euch einen Haufen toller Gedichte zutage gefördert hat, möchte ich hiermit noch einmal zum beherzten Durchschaufeln eurer literarischen Schubladen, Tagebücher, Poesiealben und Geheimmappen aufrufen. Ich werde mit einem Gedicht den Anfang machen und hoffe, ihr stellt viele interessante Werke in den Kommentaren aus.

 

Außerdem möchte ich euch noch auf eine Ausschreibung hinweisen, die für die Lyrikbegeisterten unter euch interessant sein könnte – es geht um eine Publikation:

„Als End- und Höhepunkt des Projektes „Babelsprech“ wird Ende Oktober 2015 die dritte Ausgabe der vielbeachteten Anthologie „Lyrik von Jetzt“ im Wallstein Verlag erscheinen. Deadline ist der 31. März!

Mit „Lyrik von Jetzt 3“ sollen 100 Stimmen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu einer Anthologie zusammengefasst werden. In respektvoller Anknüpfung an die Arbeit von Jan Wagner und Björn Kuhligk übernehmen die Kuratoren Max Czollek (Deutschland), Michael Fehr (Schweiz) und Robert Prosser (Österreich) Auswahl und Herausgeberschaft.

Die Ausschreibung richtet sich an jede*n Lyriker*in mit Jahrgang 1980 oder später. Wir bitten um die Zusendung von maximal fünf Gedichten (je Seite max. 30 Zeilen á 50 Zeichen) im Format doc, docx, odt oder pdf, inklusive Kurzvita, wie sie gegebenenfalls im Buch erscheinen soll (max. drei Zeilen).
Das Buch richtet sich an jene Öffentlichkeit, die wissen will, was in der Lyrik gerade passiert. Darum ist es auch nicht so wesentlich, ob die Texte schon einmal veröffentlicht worden sind, sondern, ob es sich um hervorragende Texte handelt!  Die Rechte sollten dabei entweder bei den Verfasser*innen selbst liegen oder den Verfassern von den Berechtigten zur Publikation gewährt werden (bitte bei der Einsendung gegebenenfalls vermerken).
Sehr gern erwarten wir Eure Einsendungen an: lyrikvonjetztdrei@gmail.com
Einsendeschluss ist der 31. März 2015.“

 

So, und wenn das noch nicht genug Motivation ist, hier kommt das jüngste Gedicht aus meinem Notizbuch:

 

Über entrollte Finger, die Landschaft deines Innen bloß,
hast du mir in die Segel geblasen. Ich trieb in rotierenden
Stürmen, in Flaschen, ich drohte in Modellen der Enge zu kentern.
Dein Atem, Haspeln und Mahlen von wogendem Zögern, lotste mich
durch den Hals einer Zeit, die gläsern war, ganz Lichtreflex und Unsichtbarkeit.
Im Draußen bin ich fast geplatzt, ein Papierexplodieren, ein Wuchern
Wie wilde Buchstabenstreben, Kaskaden als Leitern aus Nehmen und Nehmen
Doch du sahst mich nur durch die Linse meines gekippten Bodens:
Als stilles, als frohes Verwehen, durch fernes Ohr dir gehörend, den Augen gegeben.
Das ließ ich dich glauben. Das, wofür mir Begriffe fehlten, hab ich verschwiegen
Und bei solchen Schulden nichts zu besitzen, ist bereits ein Vergehen.
Ich hatte die Wahrheit in Taschen stecken, musste mir beim Ertasten
Die Hände zerschneiden. Bewege dich nicht, ich lege sie offen – mit Blicken
Bloß musst du sie erleiden: Dies sind die Messer meiner Marmeladengläser.
Mit Blicken, nichts sonst, hast du sie zu lecken.

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Das Buch ist da! (Zumindest bei mir.)

Gerade kamen die Belegexemplare per Post! :D

Schaut selbst – und entschuldigt das komische Format, aber youtube hat mir nicht erlaubt, das ganze zu drehen:

 

 

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