5. Dezember 2018

Lyrische Krümel

Gott – Wolken reiben ihre Bäuche an den Häuserstirnen grau. Man könnte meinen, aus Gnade – um den öligen Tau des Lebens auf sich zu nehmen. Doch welches Haus wird dadurch sauber? Mich in meinem Fenster, mich kann Er nicht trügen: Er drückte Seine schrecklichen Augen, Sein Gehör für das Schweigen in meinen Leib, machte mich Ihm gleich, stellte sich aus Eitelkeit in mir zur Schau. Ich glaube, Er hängte auch meiner leichten Seele den Schleier der Schwermut an, damit ich verstehe, warum der Himmel nicht ohne den Trost der Erde sein kann. * Ein Mann – Als hätten deine Hände ihr Magnetenwirken an den Strom der Zeit verloren –…

1. Juli 2018

Schreibwettbewerb für Nachwuchsautoren. Gewinne einen Verlagsvertrag beim dtv!

Damals, als mein erster Roman “Nijura” veröffentlicht wurde, war ich jung. Wie du vielleicht gerade. Auch dein Roman könnte veröffentlicht werden. Er muss nur bei dem Schreibwettbewerb von sweek.com und dtv gewinnen. Alle oder eher die relevantesten Infos bespreche ich in einem kleinen Videoclip … (Ist die Qualität meiner Laptop-Kamera aushaltbar oder muss ich mir eine richtige Kamera zulegen?) Und für die Schaufaulen unter euch gibt es hier die Abkürzung direkt zu allem, was ihr wissen müsst: https://blog.sweek.com/de/dtv-schreibwettbewerb-werde-dtvfantasynewcomer/  

21. November 2017

Neuer Comic

Vielleicht fragt ihr euch manchmal, warum ich so selten Blog-Einträge schreibe. Das liegt einmal daran, dass ich tatsächlich gar nicht so oft daran denke, euch eigentlich daran erinnern zu müssen, meine Bücher zu kaufen. (Kauft meine Bücher.) Zum anderen liegt es daran, dass ich selten etwas Erwähnenswertes zu berichten habe. Heute möchte ich mich aber zu den vielen Facetten des Mobbins am Arbeitsplatz zu Wort bzw. Bild melden. (Hab mir nämlich kürzlich ein Zeichen-Tablet gegönnt. Wie malt man gerade Striche auf GIMP?)

21. Juli 2017

Heute erscheint HEARTWARE!

  Fühlt sich an wie beim ersten Mal. Vielleicht, weil mit HEARTWARE tatsächlich zum ersten Mal ein Thriller von mir erscheint. Oder einfach, weil ich seit Anfang 2015, als ich den Roman fertigschrieb, sehnlich darauf warte, die Geschichte mit euch zu teilen und eure Reaktionen zu erfahren. Es ist fast unmöglich, seine eigene Arbeit zu beurteilen, weil man als Autor nur das große Gesamtkonzept und die etlichen Puzzlestücke sieht, aber nie beide vereint in einem Strom erlebt. Ich weiß nur, dass ich teilweise wie besessen an der Geschichte geschrieben habe und so glücklich dabei war, dass alles Weitere – ein Buchvertrag, Erfolg, Euronen – zweitrangig schien. Hätte das Manuskript nie…

7. Juni 2017

Neues von Hassan: Tanze, lache, weine. Alleine.

Da habe ich fast ein ganzes Skizzenbuch voller HASSAN-Comics und merke erst jetzt, dass ich davon kaum eine Hand voll hergezeigt habe. Ich bin leider eher schlecht darin, mich in die Welt rauszuhängen. Wobei ich das ja jetzt nachhole. Wohlan, ein neuer, eigentlich schon alter (wie könnte er sonst sein?) HASSAN! Worum geht es bei HASSAN WELTHASSER*IN? Nun, sie ist die Personifizierung meiner Häme – meine allergische Überreaktion auf instagramtaugliche Motivationssprüche und alles Süßliche in der Welt. Irgendwohin muss ja jeder von uns seinen Schatten werfen. Schleudern. Schreiben. Diesmal geht es um das Glück, dessen sich die unabhängige, selbstliebende Frau von heute ermächtigen kann, wenn sie zum Beispiel Musik von…

7. Mai 2017

Keine Lust auf Schreiben – soll man sich zwingen?

Schreiben sollen und nicht wollen: Das Phänomen betrifft nicht nur Schriftsteller, die damit ihr Leben finanzieren. Ich erinnere mich, wie ich als Teenager voller Vorfreude aus der Schule kam, um mich an den Computer zu setzen, das Dokument mit meiner Geschichte zu öffnen und – keine Lust zu haben, da weiterzuschreiben, wo ich zuletzt aufgehört hatte. Was tat ich in solchen Momenten? Ok, Mahjong spielen. Was tut die reifere, von Schreibkrisen und finanziellen Sorgen geschüttelte gestählte Jenny? Ich muss die Arbeit an einem Text immer mit einer Liebesbeziehung vergleichen: Man tänzelt zum vereinbarten Ort, um die geliebte Person zu treffen, und sobald man sich gegenübersteht, ist das Wetter irgendwie umgeschlagen,…

18. Januar 2017

Der Buchdeckel: weil alles seine Oberfläche hat.

Bücher soll man nie nach ihrem Deckel beurteilen, sagt ein Sprichwort. Aber soll man Deckel beurteilen? Ja, bis aufs Blut! “Heartware”, mein neuer Roman, der Ende Juli 2017 erscheinen wird, ist so bedeckelt: Weil die Geschichte ein Mischmasch aus Thriller, Liebesroman und Science Fiction ist, war die Frage nach dem passenden Cover denkbar schwer. Aus rechtlichen Gründen darf ich euch nicht die anderen Versionen zeigen, die die Grafikagentur vorgeschlug. Nur so viel: Es waren helle Anspielungen auf eine der bekanntesten Computerhersteller der Welt, was sehr klug und originell aussah, aber im Grunde wenig mit der Geschichte zu tun hatte. (Nicht, dass die Geschichte nicht klug und originell wäre! Ich rede…

7. Juli 2016

Gebet für Terroristen und Konsumenten

Ergebe dich heißt nicht nicht handeln. Du musst die Tore in dir öffnen. Wild wütendes Tun baut Mauern, will erhalten, doch das Ewige ist Wandel. Das Schalten, Ordnen, Rechnen nur für Zwecke ohne Sinn verbaut Gewissheiten in Särge, blind für sein Worin. Erlaub‘ den Sprung hinaus ins Hoffen, und der Bann, dein Schutzschild, ist gebrochen. Fürchte nicht, kaputt zu gehen: Nur wenn du widerstehst, liegst du im Weg als Knochenschutt, wirst abgetragen. Dabei bist du gemacht zum Fließen. Schöpfst du dich aus tiefstem Grund – glaub ihm! glaub ihm! – wirst du die Unversehrtheit finden.     Wie immer: Ich bin gespannt auf eure (lyrischen) Kommentare!

28. Juni 2016

Kleines Selbstmördergedicht

Weil jede Abbildung zugleich schöpferisch ist, deshalb bietet die Literatur Raum für Erfahrungen, die in der Realität zu kurz kommen (sexy Lovestory) oder nicht vorkommen dürfen (Selbstmord). Letzteres war hier mein Versuch: das Hässliche oder Böse in der Glasphiole der Sprache zu versiegeln, die, wenn kunstfertig geschliffen, das Unerträgliche ästhetisch macht.     Du steigst aufs Fensterbrett. Dein Schritt hebt dich dem Himmel näher: Große Kuppel Leere, unvorstellbar finster hinterm blauen Bleich des Sonnensterns. Du weißt, das Nähern ist vergebens, Mühen gen unendlich. Nur verlöschen, das ist möglich: zärtlich, wenn du willst, holt es dich weg. Wie abgeschöpft. Vollständig. Nach so langem Streben nach dem höhnisch fernen Oben bleibt als…

5. Juni 2016

Hassan Welthasser*in und das Liebesleben (geht weiter). (Bergab.)

Endlich wieder ein Hassan-Comic! Letztes Mal ging es um Hassans erotische Schwäche für Matthias Schweighöfer, nun kommt die thematische Fortsetzung. Es hört eben nicht auf, das verzwickte Liebesleben. Immer kriegt man, was man nicht will, und manchmal nicht mal das. Aber guckt selbst. Zum Vergrößern wird das Anklicken empfohlen. Metaebene: Wer ist eigentlich Hassan? Mann, Frau, Asylbewerber, ein Durchschnittsburger wie Kuh und Chicken? Schwer zu sagen. Ich denke, Hassan ist das, was ich im Spiegel sehe, wenn ich das Licht ausmache.

7. April 2016

Eine winzige Geschichte über die Möglichkeit von Liebe

Irgendwo zwischen Lyrik und Prosa ist mir diese Geschichte unterlaufen. Ich saß in der Bibliothek und wollte eigentlich an meinem Roman arbeiten, stattdessen kamen mir zwei Menschen in den Sinn, die sich noch nicht kennen, aber vielleicht schon heute Nacht kennenlernen werden. Hier ist ihre Vorgeschichte:   Liebesaussicht in Miniatur   Als sie klein war, dachte sie, sie hätte Macht über das Wetter. Wenn sie sich in den Garten legte, dem Ekel zum Trotz alle Glieder gespreizt im wurmigen, wassersatten Gras, sich selbst als Opfer zu geben bereit für ihren Zauber, dann zogen zwischen den Dächern die Wolken vorbei und behielten ihren Regen.   Seine erste Erinnerung verfing sich an…

1. April 2016

ACHTUNG! *Obergeheim bis JETZT* Inhaltsangabe zum neuen Roman! °.°

Moment, Moment. Bevor ihr euch auf die Inhaltsangabe stürzt, ein Wörtchen vorweg. Ich sollte die Geschichte für den Verlag in wenigen Sätzen (5 bis 7) auf den Punkt bringen. Was immer schlimm bis unmöglich ist. In diesem Fall tendierte es notgedrungen Richtung “schlimm”. Der Inhalt ist extrem verkürzt, teilweise zusammengemogelt und ein bisschen reißerisch aufgeplustert. (Soll das heißen, Autoren belügen ihre Verlage? Mais non! Aber einen Autor zu 5 – 7 Sätzen bewegen, das ist wie eine Aussage um ein paar Wörter kürzen: “Ich finde Lügen gar nicht schön, aber notfalls in Ordnung.”)  Darum habe ich die Inhaltsangabe hier mit Fußnoten versehen, die euch unter den schamlosesten Plattitüden die Falltür in den Tiefsinn weisen sollen. Ansonsten ist…

29. März 2016

Nach dem Winterschlaf …

Es ist wahr, manchmal schrumpft meine Welt. Sie kann so klein werden, dass nur noch meine Wohnung, mein Computer, ein paar Menschen hineinpassen. Oder nur ein Mensch. Oder ein einziges Buch. Oder ein sehr minimalistisches Handyspiel. Mein letzter blog-Eintrag ist fast vier Monate her, und das weiße Blatt (Hintergrundleuchten), auf das ich diese Buchstaben setze, kommt mir bedrohlich grenzenlos vor. Aber immerhin: Ich bin nicht gestorben und nicht komplett in Eigenbrötlerei verbacken, ich habe nur ein paar Monate vor mich hingedöst. Und ja, auch einen Roman zu Ende geschrieben. (Dösen ist der Rohstoff fürs Schreiben.) Und für diesen Roman gibt es auch einen Vertrag! Das heißt, er wird veröffentlicht und dann könnt ihr…

14. November 2015

Beim Goethe-Institut in den Vereinten Arabischen Emiraten

Foto mit Abdelasis von der MBR-Foundation, Lyriker Tristan Marquardt, mit mir (ÖÖCH!), Comiczeichnerin Soufeina Hamid alias Tuffix und Bettina Quabius vom Goethe-Institut. Heute ist mein letzter Tag in Dubai. Zwei Wochen war ich hier, um das Land kennenzulernen und darüber zu schreiben. Um eine andere Kultur zu verstehen, reichen zwei Wochen gewiss nicht aus. Den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen und möglichst ein, zwei Bodenproben zu nehmen, war das erklärte Ziel. Worauf ich stieß, war weniger das Andere als mein Eigenes: Die Emirate als politischer, religiöser und gesellschaftlicher Gegenentwurf zu meiner Heimat halfen mir zu verstehen, was meine Heimat eigentlich ausmacht, wo ihre Vor- und Nachteile liegen. Ist…

30. September 2015

Insekt am Fenster: lyrische Betrachtungen von euch und mir

Ich war mal wieder eine halbe Ewigkeit nicht hier. Meine Entschuldigung ist, dass ich in den Kosmos einer Geschichte abgetaucht bin, die ich derzeit schreibe – mit einer Vorgabe von 1000 Wörtern pro Tag. Heute Morgen, als ich weiterarbeiten wollte, habe ich realisiert, dass ich gestern Abend in der Uni-Bibliothek vor Müdigkeit vergessen habe, die aktuelle Version des Manuskripts auf eine Cloud hochzuladen: Jetzt liegt das Manuskript auf einem Computer in der Universität. Und ich liege noch im Bett. Für Panik um die gestern geleistete Schreibarbeit fehlt mir aber einfach die Energie, es ist sonnig und wohlig hier, ich trage die extra gemütlichen Socken und habe ein Glas kalten Milchkaffee neben mir. Was will…

12. August 2015

Sommerbrut (ein Gedicht)

Manche Gedichte brauchen Wochen, Monate oder Jahre, bis die letzten zwei Worte gefunden sind, die wie unentbehrliche Schrauben die Maschine zum Laufen bringen. Monatelang hat folgendes Gedicht in meiner Schublade gewartet, bis es sich endlich fertig anfühlte: wie ein Strauß gepresster Wildblumen, wild durcheinander duftend und zerfallend in Krümel getrockneter Sehnsucht.   Mit Federgras Gemalter, gedeihst im Verderb, dir steht der Sinn nach dem Ruß des Sommers. Beschönigt wirst du vom Weidengeflüster, von Schatten in Splittern, die auf dem Weiher als kosende Zeit wie gerupfte Blüten in Kreisen treiben. Du singst als Gemahl der Grillen vom Immer, wo doch jeder außer den Tieren weiß, dass in allen Momenten das Sterben…

16. Juli 2015

Echte Anti-Haltung ist Anti-Anti-Haltung: Nach HASSAN kommen die MUNKLER!

Eigentlich ist das Zeichnen eine Fluchtwelt für mich, wenn es mit dem Schreiben nicht klappt. Eine trotzige Abkehr vom Zwang, vom Beruf, vom Leisten. HASSAN ist für mich zudem eine so genugtuende Negation von allem Schönen, Netten und Erbaulichen, dass der Comic mein persönliches Negativ von Kitsch ist, die konsequente Anti-Haltung: (Zum Vergrößern anklicken.) Aber Anti-Haltungen müssen sich, wenn sie wirklich konsequent sind, irgendwann auch gegen sich selbst wenden. Denn anti sein heißt, alles zu negieren, alles, ALLES! Ja, und das ist nun auch passiert. Von der Anti-Kraft HASSANs bin ich ins genaue Gegenteil geschleudert worden. Genauer gesagt ins Bett von zwei namenlosen Turteltäubchen, die nachts miteinander über die Liebe munkeln. Wenn…

30. Juni 2015

Woran ich schreibe … nicht ohne Hassan!

Die Wochen sind dahingeflogen. Lange war ich nicht mehr auf dem Blog, und das ausgerechnet nach dem letzten Suizid-Hassan. Aber ich lebe noch! Und zwar ziemlich unspektakulär. Fahre morgens nach Dahlem raus, wo die Uni ist, versuche Hegel und Schelling zu lesen und spiele Sudoku und Spider Solitär, höre mir Vorlesungen über die Apokalypse an (sehr bald, sagen fast alle, und das zu allen Zeiten), trinke lecker Mensa-Kaffeeeisbrei (mit extra Sahne) und sitze bis abends an einem Computer in der Bibliothek. Um zu schreiben, natürlich. An ganz verschiedenen Romanen. Na gut, es sind eigentlich zwei Romane. Der eine fiel mir ein wie ein Lichtstrahl, ich glühte regelrecht vor Vorfreude, mich an die…

14. Mai 2015

Neues von Hassan. “In der Ferne Züge: verpasste Suizide”

Hassan ist mein neues Lebensmaskotchen, meine Muse. Einige ihrer/seiner Abenteuer möchte ich mit euch teilen. Zum Beispiel Hassans Reaktion auf unseren Sommeranfang: Herbstspaziergang. Bitte zum Vergrößern anklicken. Viel Vergnügen.

2. April 2015

Larmoyanz schlägt um (sich. Oder in etwas.)

Ich war lange nicht mehr hier. Der Blog fühlt sich an wie ein Zimmer, das ich gemieden habe, und dessen Wände sich kühler, lebloser anfühlen als zuvor, unergriffen von menschlichen Blicken. Das liegt daran, dass ich mich nach dem Erscheinen von NoN und einigen Lesungen so öffentlich fühlte, dass ich eine Weile gar nicht mehr darüber nachdenken wollte, dass diese Geschichte, dieser türenreiche Würfel aus dem Gebäude meines Innenlebens jetzt öffentlich ist, in den Händen von vielen. Einerseits bin ich sehr interessiert daran, Leser zu treffen, andererseits ist es verstörend, dass sie Fremde sind, obwohl man mit ihnen doch so Intimes teilt. Eigentlich möchte ich jeden Leser mit Namen kennen, wissen, was er…