Lyrische Krümel

Gott –

Wolken reiben ihre Bäuche an den Häuserstirnen grau.
Man könnte meinen, aus Gnade – um den öligen Tau
des Lebens auf sich zu nehmen.
Doch welches Haus wird dadurch sauber?
Mich in meinem Fenster, mich kann Er nicht trügen:
Er drückte Seine schrecklichen Augen, Sein Gehör für das Schweigen
in meinen Leib, machte mich Ihm gleich, stellte sich
aus Eitelkeit in mir zur Schau.
Ich glaube, Er hängte auch meiner leichten Seele
den Schleier der Schwermut an, damit ich verstehe,
warum der Himmel nicht ohne den Trost der Erde sein kann.

*

Ein Mann –

Als hätten deine Hände ihr Magnetenwirken
an den Strom der Zeit verloren –
so hölzern treiben sie auf meiner Haut.
Ich, im lichterlosen Grund der Erde,
verschraub mich ins Metallischwerden,
Frucht der kalten Venus, schrumpfgeboren.

*

Eine Frau –

Sie flutet an und reißt sich mit
allem Losen wieder an sich,
bringt und nimmt sich nie als Gleiche.
Heißblütige Medusa! Deine Haare
haben Hunger – doch wo landet
ihre Scheiße?

*

Ein Vorsatz –

Morgen entlasse ich all meine Taschentücher –
die Knittrigen und die gefalteten Jungfrauen – in den Wind.
Sie sollen mir aus dem Himmel winken,
wie großmütig ich bin.

*

Ein Geheimnis –

Sie hat mir anvertraut, sie hat Kirschkerne im Bauch,
weil sie als Kind nicht immer artig war.
Es kitzeln sie Zweige – krallenspitze, flaumweiche –
wer-weiß-wie-vieler Bäume unter der Haut.
Wütet in ihr der Sturm, ritzen sie blutigen Regen
Nach innen auf.

*

Ein anderer Mann, eine andere Frau –

I wake up to a dead mouse in my shoe ~
with guilt-glooming eyes you admit, it was you.
You’d call her an attractive woman, all in all.
So it was a reasonable thing to do.
And now she’s gone. She’s dead to you.
I’m not hurt. My foot is anointed
with the mush of another woman’s hope.
And selfishly I think it’s dope
that she has disappointed.

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