Eure Kritikpunkte, Einschätzungen und okkulten Erleuchtungsmomente zu NoN – Teil 3

Und hier ist Platz für alles, was ihr mir und den anderen zum dritten Teil von NoN sagen wollt! Wenn ich Nägel kauen würde, wären sie ab diesem Eintrag nicht mehr vorhanden.

23 Comments

Filed under Nacht ohne Namen

23 Responses to Eure Kritikpunkte, Einschätzungen und okkulten Erleuchtungsmomente zu NoN – Teil 3

  1. rica

    Huch, hier ist ja noch richtig was los!
    Naja, ich bin zwar schon so ziemlich jeden Kommentar zu Nacht ohne Namen losgeworden, aber es gibt dennoch Neuigkeiten die ich gerne mit euch teilen wollte : Ich habe mir vor zwei Tagen eine zweite Kopie des Buches gekauft (und mich peinlich laut darüber gefreut meinen Namen noch mal in der Danksagung zu sehen) und kann mich deshalb jetzt endlich daran machen in der signierten Erstversion unsere Diskussionen und Anmerkungen einzufügen!!
    Ich freue mich schon sooooo darauf zumindest Teile des Buchs und unsere Kommentare noch mal zu lesen!
    Jetzt muss ich bloß noch die richtigen Stellen wieder finden und mir überlegen wie ich die Zeichnungen am besten einfüge….
    Ganz liebe Grüße,
    Rica

    • Jenny-Mai Nuyen

      Woah, „peinlich laut gefreut“? Ich stelle mir jetzt vor, dass ein paar Leute im Buchladen aus ihrer Lektüre gerissen wurden von einem abrupten Mädchenquietschen, und als sie sich umsahen, warst du schon weggehuscht mit der Beute. ^^
      Oooh, machst du ein Foto von den Seiten und den Kommentaren? *.*

  2. Luc

    Hallo,

    Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, kam ich nun dazu, mich in Nacht ohne Namen zu stürzen.

    Ich muss zugeben, dass ich anfangs etwas Schwierigkeiten hatte, nach der Testlese-Aktion so richtig ins Buch reinzukommen (wohl etwas ähnlich wie deine erwähnte Blockade, dich nach der Veröffentlichung noch mit der Öffentlichkeit zu befassen). Einerseits hatte ich das Dilemma, dass ich das Buch unbedingt noch einmal „richtig“ von vorne lesen wollte (inklusive der Änderungen die sich aus der Testlese-Aktion ergeben haben, und mit den übersprungenen Kapiteln in der richtigen Folge), ich mich andererseits aber auch ein wenig beschwerte, die bekannten Szenen noch einmal zu lesen, so dass ich den Lesebeginn ein wenig vor mir herschob.

    Und im Nachhinein muss ich auch gestehen, dass mich deine Vorab-Kapitel von Gretchen und Theo etwas abgeschreckt hatten. Viele Überlegungen darin fand ich damals zwar sehr interessant und spannend, aber auch ziemlich bedrückend (Hassan hätten sie sicher gefallen). Und losgelöst vom Rest des Buches konnte ich mir nicht so 100% vorstellen, wie sich das in die Handlung eingliedern könnte, und dieses Kapitel war ja schon recht „schwere Kost“. So kam es, dass sich daraus irgendwie das Gefühl ergab, ich könnte Nacht ohne Namen erst dann lesen, wenn ich gerade sehr viel Lebensenergie und weniger Alltagsstress habe. Glücklicherweise kam dann irgendwann mein Urlaub, wo diese Bedingungen erfüllt waren :-)

    Beim eigentlichen Lesen des Buches konnte ich dann aber feststellen, dass sich Gretchen und Theo durchaus sehr gut ins Gesamtbild eingefügt haben, und man für ihre philosophischen Grund-Gedanken offener ist, wenn das ganze bis in einen Kontext eingebunden ist. Gerade zu Gretchen hatte ich beim Lesen des Buches dann eine ganz besondere Beziehung; fast so eine Art Anziehung. Je unsympathischer und abweisender sie sich gegenüber Nicki benahm, je mehr glaubte ich zu ahnen und wagte ich zu hoffen, dass sie dennoch einen gewissen Gerechtigkeitssinn haben könnte und Nicki irgendwann doch noch akzeptieren würde, wenn sich bis alles klärt. Während mir beim Vater stets klar war, dass der ein absoluter Kotzbrocken bleiben würde. Bei ersterem sollte ich zumindest mit angedeuteten Kleinigkeiten recht behalten (z.B. Akzeptanz, dass Nicki mit zum Krankenhaus fährt), und bei letzterem natürlich voll und ganz.

    Ha! Und ich hatte also recht, als ich die Problematik damals schon ahnte, dass Tallis in einem Frauenkörper stecken könnte. Wobei ich es weder aus seiner Art und Weise ableitete, noch aus dem Schal und Mantel, sondern einfach logisch aus der Inkubus-Definition. Wie soll er an Männerkörper kommen, wenn er per se nur auf die Verführung von Mädchen spezialisiert ist?

    Aber keine Sorge: Das Buch blieb aber trotzdem trotz dieser Antizipation noch voller Überraschungen und Wendungen :-)

    Ganz besonders fasziniert haben mich folgende drei Komponenten:

    Sämtliche Szenen mit der Kanzlei. Nenn mich komplett bescheuert, aber ich finde ja absurde Bürokratie eigentlich etwas faszinierendes. Und deshalb war gerade die Gegenüberstellung zwischen den strengen Regelwerken und Prozeduren eines bürokratischen Uhrwerkes mit komplett kreativen, fantastischen Elementen einfach nur genial. Diese absolut gegensätzliche Komponenten so miteinander zu verschmelzen war einfach genial.

    Die Prüfung der Liebe. Ich fand das so genial, dass die eigene Definition der Liebe als Messlatte verwendet wird, und dann trotzdem fast alle scheitern. Besagt das nun, dass es nur selten echte Liebe gibt? Oder vielleicht einfach, dass die meisten die eigene Messlatte einfach viel zu hoch ansetzen?

    Gott. Wenn in einem Buch oder einem Film Gott vorkommt, bin ich grundsätzlich sehr skeptisch. Oft funktioniert das gar nicht. Ich fand’s bei Space Odyssey schon schwierig, und bei einem der Star Trek Filme ein totaler Klogriff. Bei NoN funktionierte es aber hervorragend, weil es ja tatsächlich in der Logik der Fließwelt 100% Sinn ergibt, dass es auch für die Idee von Gott ein Fließwesen geben muss. Und alle Gläubigen unterschiedlichster Religionen, die jetzt beim Lesen „Blasphemie“ geschrien hätten, weil du Gott als rein imaginäre Vorstellung der Menschen eingebunden hast, tröstest du ja geschickt damit, dass du die eigentliche Schöpfungsfrage wieder unbeantwortet in den Raum stellst, und klarstellst, dass es ja hier nur um das Fließwesen, um das Konzept von Gott geht, und nicht um diesen selbst.

    Wie du siehst, hat mir das Lesen des Buches trotz anfänglicher Start-Blockade unwahrscheinlich gut gefallen! Die darin vorkommende Welt war so fantastisch, und die ihr zugrunde liegende Logik so komplex, dass man oft aus dem Staunen gar nicht mehr raus kam. Respekt, dass du dir das alles ausdenken konntest, vom Fundament bis zum Detail (z.B. auch der Dichter, der über „über die Kacheln in einer Fleischerei oder über Dosenöffner in der DDR“ schreibt), ohne dabei selbst verrückt zu sein oder zu werden. Wobei…? ;-)

    Deshalb möchte ich mich auch noch einmal für das tolle Erlebnis bedanken, das mir das Lesen dieses Buches beschert hat. Aber natürlich auch über die Testlese-Aktion; der schwierige Übergang von dieser zum Buch soll kein Grund sein, die Aktion nachträglich schlecht zu sehen; es waren tolle Sonntags-Morgen Momente! Und nicht zuletzt auch nochmals um das signierte Buch. Dieses habe ich übrigens nicht durch darin Blättern verunstaltet, sondern in Top-Zustand zur Konservierung ins Regal gesetzt; ich hatte im Vorfeld der Aktion (als ich glaubte, das gesamte Buch würde testgelesen) ja bereits versprochen, das Buch zu kaufen und habe das also auch noch in der Kindle-Version dann getan. Autoren wollen schließlich auch von was leben!

    • Jenny-Mai Nuyen

      Lieber Luc,

      es macht gar nichts, dass du erst jetzt schreibst! Ich habe ja auch einen Monat gebraucht, um deine Nachricht zu finden … was ist schon Zeit? Im ewigen Raum der Ideen treffen sich unsere Worte. ^^
      Es freut mich sehr, dass dir die Teile von NoN gefielen, die auch mir am meisten am Herzen lagen. Die Fließwelt und ihre Regeln, die Thematik um Gott. Es ist so leicht zu vergessen, dass es Leser gibt, die dasselbe mögen wie man selbst, wenn man nur auf Bestsellerlisten und die lautesten Plattformen schaut. Allein deshalb will ich die Lese-Sonntage unbedingt weiterführen, wenn meine jetzige Geschichte fertig ist – vielleicht schon Anfang nächsten Jahres. (Diesmal kein Jugendbuch mehr, ausnahmsweise auch keine phantastischen Elemente … aber ein bisschen Science Fiction.)

      Ich würde mich riesig freuen, wenn du wieder dabei bist und mich mit deinem schockierend treffsicheren Erraten der Geheimnisse zum Schwitzen bringst. Diesmal gibt es nämlich extra viele Geheimnisse, die extra lange geheim bleiben sollen…

      Jenny

      • Luc

        Das neue Buch klingt schon jetzt wieder interessant. Gerade „ein bisschen SciFi“ mag ich sehr, wenn man erkennt dass eine Welt anders ist, ohne dass einem das futuristische an jeder Ecke um die Ohren gehauen wird.

        Hab jetzt mal die Kritiken auf Amazon geschaut. Da gibt’s ja aber auch z.T. sehr positive. Ein Buch gefällt ja eh nie allen…

        Dass die Leute da weniger ins Detail gehen WAS ihnen gefällt liegt sicher zum Teil auch daran, dass man da nicht so spoilern kann.

  3. Marius

    Liebe Jenny,

    endlich habe nun auch ich es die Tage geschafft, deinen Roman zu Ende zu lesen. Du erinnerst dich vielleicht, ich war der, der so immer so lange für Bücher braucht! Meistens habe ich immer irgendwelche Ausreden, wieso ich so lange gebraucht habe, aber damit will ich jetzt nicht ausschweifend werden – es wären zu viele! ;)

    Ich hoffe, du bist mir nicht böse wenn ich nicht in alle drei deiner Blog-Einträge schreibe sondern alles hier zusammen fasse – vielleicht liest du das hier ja überhaupt nicht mehr weil ich nun doch ja relativ spät meine Meinung hier abgebe…
    Zum Buch kann ich vor allem erstmal sagen, dass ich es richtig toll fand, auch selbst wenn ich wohl nicht direkt in das Schema der Hauptzielgruppe passe. Den Anfang fand ich klasse, ein Stück weit kannte ich es natürlich schon aus der Testleseaktion, aber die Einführung in die Welt und die Geschichte, also quasi der erste Teil, war super gemacht. Man konnte sich gut in die Geschichte einlesen und auch Nicki sowie die anderen Charaktere nahmen immer mehr Form an vor meinem geistigen Auge. Im zweiten Teil, hier bin ich mal ganz ehrlich, gab es einige Längen die ich zwar nicht direkt mühsam fand, aber die der Geschichte ein Quentchen den Schwung raubten. Das soll aber nicht heißen, dass die Geschichte deswegen langweilig war. Im letzten Teil gab es zwar bestimmt auch mal den ein oder anderen Zusammenhang, den ich nicht zu „eintausendprozent“ verstanden habe, aber die Handlungswendungen und die aberwitzigen Beschreibungen der Un- und Unterwelt haben wieder die nötige Würze in die Dynamik der Geschichte gebracht. Enttäuscht war ich dann vom Ende… das kam einfach viel zu früh! ;-)
    Allerdings ist das Ende ja auch so gestaltet, dass ein potentieller Nachfolgeteil angebracht wäre, findest du nicht?? :)

    Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht zu Nachdenken angeregt, vor allem die Aussage wieso sich Kinder und Eltern manchmal einfach nicht vertragen bzw. nicht mehr so richtig verstehen, je älter die Kinder sind.
    Der Kauf hat sich also definitiv gelohnt und ich freue mich, dass du so viele Vorschläge von uns Testlesern umgesetzt hast und dachte während des Lesens oft zurück an diese Zeit. Ich musste schmunzeln als das Wort „Reflexion“ vorkam, aber auch als auch ich die drei Rechtschreibfehler gefunden habe. Aber hey, sowas kann bei ~450 Seiten natürlich mal passieren… nur, du kennst das ja von mir, ich muss da irgendwie immer direkt mit ausgestrecktem Finger drauf hinweisen. ;-)

    Sehr gefreut hat mich auch die namentliche Erwähnung deiner Testleserschaft in der Danksagung. Ich habe im März direkt nach Erhalt des Buches mal hinten drin herumgeblättert (natürlich habe ich nicht das Ende der Geschichte zuerst gelesen!!! :) und konnte meinen Augen kaum trauen. Aber das schrieb ich dir ja auch im März bereits in der Nachricht auf Facebook. Danke auf jeden Fall, auch im Namen der anderen (ich bin mal so frei!).

    Sofern ich die Tage noch etwas Zeit finde bevor es mich in den Urlaub Richtung Aquitanien verschlägt, schreibe ich auch noch eine Rezension auf Amazon.

    Liebe Grüße und in Erwartung auf deinen nächsten Roman,
    Marius

    • Jenny-Mai Nuyen

      Lieber Marius,

      danke für deine ausführliche Rückmeldung!
      Zu den Längen im Mittelteil: Ich muss gestehen, meine Vorgehensweise war diesmal nicht optimal – ich habe das Buch kurz vor Schluss noch einmal komplett umgeschrieben. Hätte ich mehr Zeit gehabt und den Testlesern das ganze Manuskript zeigen dürfen, wären sicher auch Schwachstellen im Plot noch zur Sprache gekommen. Aber in gewisser Weise entzieht sich ein Roman immer dem Autor; ich kann nur versuchen, alle technischen Kniffe richtig zu machen, während ich mich eigentlich dem Strom der Vorstellungen hingeben muss (und möchte). Im Zweifel ist mir ein Buch mit Längen aber Atmosphäre lieber als eine schnurrende Handlungsmaschine. Trotzdem sollte beides zusammenfallen. Nach dem Versuch ist vor dem Versuch!
      Ja, ein paar peinliche Rechtschreibfehler habe ich auch im Nachhinein entdeckt … Ich schiebe die Verantwortung einfach mal frech auf die Lektorin. ^^
      Was die Eltern-Thematik betrifft: Die lag mir beim Schreiben auch sehr am Herzen. Über das Thema werde ich so schnell wohl nicht hinwegkommen, aber demnächst möchte ich es ganz anders beleuchten. Familien sind wirklich komische Institutionen. Und überhaupt, dass Menschen Ausscheidungen von anderen Menschen sind – das kann man doch nicht hinnehmen, darüber muss man einfach schreiben!

      Findet:
      Jenny

      • Marius

        Liebe Hamsterbacken-Lady ;-)

        Auch hier noch eine Antwort von mir… sorry, für die gewisse Verspätung.

        Versteh mich nicht falsch, trotz den Längen hat mir das Buch gefallen. Das war wirklich „meckern“ auf hohem Niveau von mir.
        Auch das mit den Rechtschreibfehlern…. aber wie du schon sagtest, immer diese Lektorinnen!
        Dass du das Thema „Familie“ beleuchten willst, freut mich. Manchmal finde ich „Familie“ auch seltsam. Soll es ein Roman werden? Oder versuchst du dich in einer populärwissenschaftlichen Abhandlung? ;-)

        Beste Grüße, Marius

  4. canaLuna

    Hallo Jenny,
    ich weiß gar nicht wie und wo ich anfangen soll.
    Eines kann ich schon mal sagen: Dein Buch ist wirklich genial! Nachdem ich angefangen hatte konnte ich mich gar nicht mehr losreißen, so sehr hatte es mich gefesselt.
    Ich liebe deinen Schreibstil. Er hat irgendwie so etwas . . . warmes. Warte, ich versuche es zu erklären.
    Vielleicht sind Geschichten wie Häuser. Je nach ihrer Tiefe, ihrer Ausarbeitung und ihres Inhaltes kann man unterschiedlich weit an das Haus heran- oder sogar in das Haus hineingehen. Bei den meisten Geschichten geht es mir so, dass ich zwar nahe an das Haus heran darf, die Tür für mich aber dennoch verschlossen bleibt. Ich kann um das Haus herumgehen, durch die Fenster schmulen, den Garten betrachten, den Kamin vielleicht noch knistern hören. Und mehr nicht.
    Bei deinen Geschichten steht für mich die Tür weit offen. Ich kann in das Haus hineingehen, die Tapeten betrachten, die Räucherkerzen riechen, nachsehen was im Kühlschrank steht und mich letztendlich vor dem warmen Kamin fallen lassen. Ich kann dem Knistern der Flammen lauschen, ihre Wärme spüren. Ich kann ganz in deinen Geschichten versinken.
    Das klingt wahrscheinlich ziemlich verwirrend. Ich hoffe du kannst dennoch verstehen was ich meine.
    Wieder zurück zu NoN. Nicht nur den Inhalt und den Schreibstil der Geschichte finde ich fantastisch, sondern auch die Gestaltung des Buches. Die Zeichen am Anfang und am Ende eines jeden Kapitels, das schwarze Lesebändchen, den weinrote Einband und vor allem die Gedichte. Die Gedichte am Anfang eines jeden Teils. Sie sind so tiefgründig. Ich könnte stundenlang darüber nachdenken. Besonders das letzte Gedicht hat mich fasziniert.

    Weil jede Liebe den Tod enthält
    ist das Herz eine Phiole
    giftiges Parfüm

    Es steckt soviel Wahrheit in diesen drei Versen.
    Mehr brauche ich dazu gar nicht zu schreiben, denn jeder der dieses Gedicht liest wird mit tausenden Gedanken dazu überhäuft. So geht es zumindest mir.
    Auch möchte ich mich bei dir bedanken. Vielen Dank für dieses schöne, magische, tiefgründige Buch! :)
    Und auch danke für die Buchsignatur und die wunderschöne Zeichnung von Tallis.
    Ich habe mich wirklich sehr über das Buch gefreut ^^ .
    Die Machtverteilung unter den Dämonen fand ich auch sehr interessant. Eine ziemlich erschreckende Wahrheit, dass Geld und Drogen ganz oben stehen. Auch den Gedanken, dass Nahovizer die Vorstellung von Gott ist und allein durch den Glauben an Gott existiert aber nicht Gott an sich ist sondern nur aus Gedanken hervorgegangen ist finde ich ziemlich einleuchtend.
    Alles in allem ist Nacht ohne Namen zu einem sehr gelungenem Buch geworden.
    Ach ja, eine Sache noch: ich finde das Ende gut gewählt. Grade weil es offen ist und so jeder in seiner Vorstellung deine Geschichte weiterspinnen kann.
    Das wars fürs erste :)
    Mit den besten Wünschen
    canaLuna

  5. Anh Thu

    Ach, mir will nicht recht gefallen, dass Canon schon wieder in den Hintergrund tritt, obwohl wir ihn nicht unbedingt lange genug kennenlernen durften, um eine Bindung zu ihm aufzubauen. Deshalb finde ich es auch schwer nachvollziehbar, was Nicki so für ihn auf sich nimmt. Aber Tallis hat mich mehr denn je, dem bin ich richtig verfallen! Außerdem ist richtig souverän, wie du deinen Humor in so viele Richtungen lenken kannst. Besonders gut erkennt man diesen Unterschied zwischen Tallis und Theo, der es äh… dreckiger mag. Zwar ist Tallis der Liebesdämon, doch mit diesem Humorniveau verdeutlichst du nochmal, dass Tallis Naivität tatsächlich nur gespielt ist und in ihm die Zeit gewütet hat. Haaaach, ich fangirle Tallis. <33333 Sollten Wissenschaftler aus unerfindlichen Gründen an einer Maschine tüfteln, die Romanfiguren zum Leben erweckt, mich findet man mit NoN am Anfang der Schlange!
    Ach, da fallen mir noch die Winkelwürmer ein! Wie kommt man auf so eine geniale Idee? :D
    Ich hab jetzt nur noch wenige Seiten (und keine Zeit). Ich melde mich nochmal!

    • Anh Thu

      „Schlauflocken“ (S. 355) hätte ich auch gern. *-*

      • Anh Thu

        Woah. WOAH! Was für ein Ende! Und was für Turningpoints!! Zugegeben, den einen hab ich mir irgendwie schon gedacht, aber alle anderen – woah! Bin grad ein wenig sprachlos.
        Vor allem wohl wegen Tallis und äh Frauenkörper und ja, oh mein Gott. OH MEIN GOTT. Aber ernsthaft? Ich bin jetzt noch viel hingerissener von ihm! Und ich meine, deine Taktik, die du bei der Figurenerschaffung von Tallis benutzt hast, zu verstehen. Jeder soll ihn mögen, deshalb seine Leichtigkeit, sein Humor und vor allem er als Retter in der Not. All das punktet extrem bei jedem. Auch seine verschiedenen Erscheinungsformen – damit deckst du jeglichr Geschmäcker ab. Man kann gar nicht anders als ihn zu mögen. (Oder zu lieben <333) Aber Frauenkörper, darauf wäre ich wirklich nicht gekommen. Nicht nach dem Kapitel, in dem er sich dem Rausch hingibt. Oh man, ich kann gar nichts mehr in Worte fassen. Hoffentlich habe ich morgen meine Sinne beisammen und kriege eine eloquentere Meinungswiedergabe zusammen. Woah nochmal. Verdammt.

        • Anh Thu

          Ach ja, eine Frage bleibt: Ist ein zweiter Teil geplant? Tag ohne Namen oder so?

          • Anh Thu

            Da fällt mir noch was ein: Mir kam der Ausdruck ‚mit Wörtern jonglieren‘ während des Lesens in den Sinn, im Zusammenhang mit ‚Wow, Jenny kann toll mit Wörtern jonglieren.‘ Lustigerweise benutzt du genau diesen Audruck gegen Ende, nur in einem anderen Kontext natürlich. :D Zufall, Vorhersehung oder doch Seelenverwandtschaft? :P

            • Anh Thu

              NoN will mich einfach nicht loslassen. Ich kann nicht aufhören, daran zu denken. Deshalb ist wohl eine Frage für mich offen: Wenn die Domäne während der Besessenheit schläft, wie kann es sein, dass Tallis‘ Erschafferin Gefallen daran fand, wenn er in ihr wahr? Immerhin kann sie nichts spüren. Reicht das Wissen, dass er sie besetzt hat aus, um Wohlgefühl bei ihr auszulösen? Auch Tallis mochte es besonders gerne in ihrem Körper; welche Beziehung kann ein Fließwesen zu einem Körper haben? Eigentlich geht es ihm doch mehr um sie, um seine Erschafferin, aber ihr Körper ist ja nicht unbedingt sie. Wird ja auch durch den Gedanken der Wiedergeburt deutlich. Müsste es ihm und ihr nicht lieber sein, wenn sie in zwei getrennten Körpern zusammen sein können?

              Diese vielen Kommentare tun mir wirklich leid. :(

              • Jenny-Mai Nuyen

                Liebe Anh Thu,

                tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Nach der Leipziger Buchmesse und einigen Lesungen war ich erstmal erkältet und so öffentlichkeitsscheu, dass ich auch nicht mehr hier auf den Blog gehen wollte. Aber jetzt ist alles wieder gut und ich hoffe, du liest das hier noch.
                Hihi, ich freu mich richtig über deine Reaktion auf Tallis‘ Geheimnis! Dass der große Charmeur, der Mädchentraum schlechthin, in Wahrheit selbst einen weiblichen Körper hat, war eine der Urpsprungsideen zum Roman. Darauf habe ich mich beim Schreiben schon die ganze Zeit gefreut. Im Nachhinein wünschte ich, ich hätte das alles noch dramatischer aufgebaut und mehr daraus gemacht … aber so geht es mir immer, wenn es zu spät ist. Seufz. (Letzte Nacht habe ich sogar noch geträumt, ich würde neue Passagen in NoN einbauen. Als ich aufwachte und feststellte, dass das Buch in die Unveränderlichkeit veröffentlicht ist, war das sehr enttäuschend.)
                Zu deinen Gedanken: Ich stelle mir vor, dass die erste Liebesbeziehung zwischen Tallis und seiner Schöpferin mit einer Verliebtheit in ein Ideal begann. Seine Schöpferin tagträumte ständig von Tallis und machte ihn dadurch real. Das ging dann so weit, dass sie sich regelrecht bewusstlos tagträumte – und mit dem starken Gefühl zu sich kam, ein anderes, geliebtes Wesen sei in ihrem Körper gewesen. Vielleicht hat Tallis, während ihr Körper ihm gehörte, besonders schöne Dinge damit angestellt, über die sie sich beim Erwachen freuen konnte. Später hat er bestimmt von einem anderen Menschen Besitz ergriffen, um ihr in einem zweiten Körper begegnen zu können. Ich stelle mir vor, wie schön und schlimm zugleich es gewesen sein muss, dem Dämon gegenüberzustehen, den man kennt wie sich selbst, und zu wissen, dass er nicht dauerhaft in diesem anderen Körper verweilen kann. Dass man einen Körper liebt, der eigentlich einem Fremden gehört.
                Ich schätze, für Tallis ist die absolute Liebe eine Symbiose von zwei Geistern in einem einzigen Körper, die denselben luziden Traum träumen. Die Grenzen von Sprechen und körperlicher Liebe wären damit überwunden. Eine tatsächliche und nicht nur dargestellte Verschmelzung. Eigentlich auch beängstigend. Aber das ist Liebe ja auch schon zwischen Menschen mit Grenzen.

  6. Lara

    Hallo liebe Jenny! :)

    Mein Buch ist vor drei Tagen auch endlich angekommen, nachdem am Vortag FÜNF, also gefühlt alle deutschen Lieferdienste, an meinem Fenster vorbeigefahren waren (ich wohne in einer sehr kleinen Straße in einem sehr kleinen Dorf, da ist das schon etwas Außergewöhnliches – normalerweise fährt einer, HÖCHSTENS zwei O_o). Wahrscheinlich haben die das absichtlich gemacht, um meine Ungeduld zu testen ;) Wobei, dann wäre das Buch wohl jetzt noch nicht da, so wie ich versucht habe, mich anderweitig abzulenken :D
    Vielen, vielen, vielen Dank, liebe Jenny, für die Widmung und die Zeichnung (ich hätte mich nie getraut, in ein Buch zu zeichnen :o Aber du kannst das natürlich sehr gut :)) und freilich auch an den Verlag für die Bereitstellung der Bücher :)
    Zu meinen okkulten Erleuchtungsmomenten:
    … Ich fand es TOLL! :) Meine beiden Lieblingsideen im Roman waren erstens: dass Nickis Liebe an ihrer eigenen Definition davon geprüft wird, das hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Diesem Gedanken nach ist Liebe kein Universal, man könnte also nicht sagen: „Die Liebe (an sich) gibt es nicht“, sondern höchstens, dass man selbst sie für nichtexistent hält. Jeder darf den Begriff definieren, wie er will: man muss nicht an die Liebe der anderen glauben … ich finde den Gedanken … irgendwie befreiend :) (Und bei Nickis Vorschlag „Schmuck kaufen?“ musste ich lachen :D).
    Zweitens: Die Umkehrung der Ursache-Wirkung-Beziehung finde ich unglaublich originell!! *.* Besonders mit dem schwarzen Tee als kleines, unwichtiges Detail … (Ich spekuliere: ein wichtiges Detail im Schriftstellerleben? :D)
    Auch der Gedanke, dass ein Name einen Teil der Persönlichkeit einfängt, und dass für die Gültigkeit des Paktes mit Tallis geprüft werden musste, wie groß der Anteil von „Nicki“ an ihrer Persönlichkeit war, hat mir sehr gefallen :)
    Nahovizers (ich mag den Namen ^^) Turm war atmosphärisch so dicht beschrieben, dass es auch eine meiner Lieblingsszenen sein muss. Erinnerte mich an Pans Labyrinth von Guillermo del Toro.
    Allgemein ist es großartig, wie die Szenen ineinander stürzen und wie die Geschichte eine Sogwirkung entwickelt (sodass man selbst noch bis spät weiterliest, obwohl einem die Augen fast zufallen und der Kopf schwirrt ^^), wie viel Raum du Nicki immer wieder gegeben hast, um innere Monologe zu halten und das Geschehene Revue passieren zu lassen. (Ich finde es dabei im Übrigen beeindruckend, wie du es schaffst, die ganze Geschichte in ihrer Gesamtheit zu überblicken.)
    Die Winkelwürmer sind ebenfalls einfach grandios! :D
    Ich glaube, ich kann verstehen, warum du mit dem Roman so zufrieden bist, er ist fantasie-voll im Sinne von: die fantastische Fülle ist wirklich bemerkenswert, die Welt so … reichhaltig und komplex. Hat mich diesbezüglich – von den Dämonen wirklich einmal ganz abgesehen – an „Bartimäus“ erinnert, der mich damals was das anging auch sehr beeindruckt hat.
    Die Unterwelt scheint der perfekte Platz zu sein, um dich kreativ auszutoben :) Das Surreale, Angedeutete, das sich auch stilistisch in deiner Sprache spiegelt, liegt dir ungemein :) Interessant, dass du in der Danksagung Farben erwähnst, das ist genau das, was mir beim Lesen aufgefallen war, als in versuchte, in Worte zu fassen, was mir besonders gefällt – die Farben :) Das hast du demnach exzellent transportiert!
    Ah ja, und als Gretchen meinte, sie müssten „üben“, dachte ich einen Moment kurz, sie würden Scrabble spielen :D Aber das Umsortieren von Märchenpakten ist natürlich die bessere, nicht zu vergessen angemessenere, Vorbereitung auf die Umschreibung eines magischen Paktes :D
    Soo, das waren meine ersten und dringlichsten Eindrücke, die ich dir gerne mitteilen wollte; falls mir noch mehr in den Kopf kommt, schreibe ich nochmals :)
    Alles Liebe und erneut ein großes Dankeschön für „Nacht ohne Namen“ und die wunderbaren Stunden, die ich damit hatte! :)

    • Jenny-Mai Nuyen

      Oooch, mir glühen die Wangen. Aber nicht nur vom Geschmeicheltsein, sondern vor Freude, denn ich weiß, wie schön es ist, ein Buch richtig gerne zu schmökern, und das wünsche ich meinen Lesern. Danke für deine ausführliche Rückmeldung! Ich möchte darauf noch eingehen:

      Zur Liebe: Einerseits müssen wir ja Definitionen für Gefühle finden, die dann auch für alle gelten sollen. Ansonsten würde jeder in seiner eigenen Wirklichkeit verloren gehen. Zugleich wäre es anmaßend, von außen zu bestimmen, wer liebt und wer lediglich glaubt, zu lieben. Daher denke ich, dass jeder einen eigenen Maßstab festlegen darf, sich an den aber zwingend halten sollte. Liebe ist nicht irgendwas, sie ist nicht verklärt, sie muss deutlich und gewiss sein, auch in Worten. Finde ich jedenfalls, und deshalb ist das ein Gesetz der Kanzlei. (In Büchern kann man seinen eigenen Staat des Himmels errichten, darum schreibe ich so gerne.) ^^

      Was den schwarzen Tee betrifft: Ich weiß gar nicht, ob der wirklich müde macht, wenn man ihn lange ziehen lässt. Ist ein altes Gerücht. Wenn ich koffeinhaltige Getränke vor mir habe, konsumiere ich sie in der Regel so geschwind, dass sie nicht lange ziehen können. Aber ich fand dieses Gerücht an dieser Stelle passend. Ich freu mich, dass es dir aufgefallen ist und du es mochtest!

      Nahovizer: Ich wollte, dass der Name nach „Jehova“ und „Jahwe“, den Namen Gottes, ebenso wie nach „Luzifer“ klingt. Ich finde ihn geschrieben auch schön, weiß aber selber nicht, wie man ihn ausspricht… Und ich hatte großen Spaß, mich in Nahovizers Turm hinab zu schreiben. Überhaupt mochte ich die Szenen mit Nahovizer, wenn ich das gestehen darf.

      Oh, gut, dass du Nickis innere Monologe mochtest! Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, wie ich knapper schreiben soll. Bin eher eine Schwaflerin. Aber ich finde es auch immer notwendig ^^

      Ach, Bartimäus liebe ich auch! Die Welt ist so vielschichtig und komplex und man bekommt nur einen kleinen Einblick, der Rest ist dann ein dicker Batzen unbearbeitete Fantasiemasse für die eigenen Gedanken.

      An Scrabble musste ich übrigens auch denken, aber nicht als Option, denn ich wollte von Anfang an, dass sie Anagramme schreiben – aber während des Schreibens fiel mir auf, dass ich Lust hätte, mal wieder Scrabble zu spielen. (Anagramme sind zu schwer, als dass man darauf einfach so Lust bekäme.)

  7. Hach, was für ein romantisch-fantastrillionisches Ende :) Und so viel Potential für Folgebände ;)
    Also, ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass das Buch spannend, packend, mitreißend, wunderschön, zauberhaft, echt und grandios ist!!
    Aaabeer auf Seite 426 habe ich gleich zwei Fehler zu beanstanden : einmal ung statt und und einmal fehlt ein Punkt am Satzende – das wäre dann auch die ganze Kritik ;)
    Ich bin mir jetzt übrigends sicher : Ich bin Team Tallis!

    • Jenny-Mai Nuyen

      Hehe, Tallis wird sich freuen. Pass auf, vielleicht läuft er dir mal „zufällig“ über den Weg, wenn du in Not bist ^^
      Mit Rechtschreibfehlern ist es wie verhext! Ich hab den Text gefühlte 30 Mal gelesen, meine Lektorin mindestens 2 Mal, und dann gibt es noch 3 unabhängige Korrekturleser, die ausschließlich auf Rechtschreibung achten. Aber irgendwie rutscht immer was durch.

      • das wäre doch sehr schön – allerdings komm ich ja nicht gaanz so häufig in Gefahr wie Nicki :D
        Ach, das kann ja mal passieren – dafür hast du dann ja uns!

  8. Rica

    NEIN!! Nein, nein,nein! DAS kann doch nicht die Auflösung sein! Nicht so! AAhhh, du zerstörst grad mein Bild des guten Menschen!

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