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Fetischmädchen (Bericht von der Leipziger Buchmesse)

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Erkältet, zerknittert, sterbensmüde, so komme ich dieses Jahr von der Leipziger Buchmesse zurück – und wie war es toll! Ich durfte so viele interessante Menschen kennenlernen, sogar den einen oder anderen Testleser hier vom Blog. Nach über zehn Jahren Schriftstellerei erschrecke ich mich immer noch, wenn leibhaftige Leute vor mir stehen, meine Innenwelten gedruckt in der Hand, und sich als Bewohner derselben Träume offenbaren. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Vielleicht ist das auch gut so.

Die besonderen Momente der letzten Tage sind kaum zu vermitteln. Zum Beispiel, als mir die Bookwives nach einem gemütlichen Interview im schrankgroßen Hinterzimmer des dtv junior Standes die Beweglichkeit ihres mobilen Traummannes demonstrierten. Oder als ehemalige Analphabeten bei einer gemeinsamen Lesung ihre Geschichte erzählten. Oder als nach einer Lesung auf der Fantasy-Leseinsel „Nacht ohne Namen“ tatsächlich auf dem gesamten Messegelände ausverkauft war. Oder als ich mit dem köstlichsten Besser-als-Cupcakes-Cupcake meines Lebens bezahlt wurde, nämlich vom Café Mintastique für meine letzte Lesung. Dort werde ich mich als Konditorin bewerben, wenn ich irgendwann nicht mehr vom Schreiben leben und nur noch kryptische Lyrik und Süßkram herstellen möchte.

Insgesamt hatte ich kaum mehr als eine halbe Stunde Pause, um die Messe zu erkunden. Mir war gar nicht danach, Bücher zu entdecken. Ich rieb mir die Nerven auf an der Trennung von Unterhaltung und Literatur, sah nur noch Ruhmsucht und Geldgier an sich künstlich abstoßenden Polen. Auf der Brücke zwischen zwei Hallen blieb ich stehen, um die Cosplay-Verkleideten zu beobachten. Menschen, die ihre Traumwelten in die Realität zerrten. Waren sie mutig oder einfach blind für die Unmöglichkeiten? So oder so, ich war ihnen als Voyeurin dankbar, dass sie so bereitwillig Einblicke in ihre Sehnsüchte gewährten.

Ich entdeckte ein Mädchen, das mir besonders gefiel. Sie war ganz schwarz gekleidet, der dralle Leib in der Mitte auf eine aufreizend unbequeme Weise verschnürt, die Nacktheit der Beine mit Strümpfen betont, das Gesicht, blass und weich, von rauchigen, dunkelroten Haaren verschleiert. Sie ging langsam und alleine, scheu auf der Suche, eine wiegende Frage auf hohen Absätzen. Ein Mann, der sie schon länger verfolgte, sprach sie an. Ich hörte ihr Gespräch nicht, ich stand ja oben auf der Brücke. Dennoch war klar, dass der Mann Fotograf war, er zeigte auf seine Kameratasche, fuchtelte nervös mit den Händen, legte den Kopf schief wie ein zwitschernder Vogel, bot ihr eine Visitenkarte an. Das Mädchen stand mit gesenktem Blick da, lächelte beschämt über den Regenguss seiner Komplimente. Schließlich nahm sie die Visitenkarte, der Mann entschlüpfte buckelnd in die Menge. Das Mädchen ging ebenfalls weiter, eiliger jetzt, und in die andere Richtung. Ich glaubte genau zu wissen, was in ihr vorging. Sie hatte sich sorgfältig herausgeputzt, und dafür hatte sie nun die Ehrerbietung bekommen. Das war doch ihre Absicht gewesen, oder? Vielleicht. Aber vielleicht fiel ihr erst jetzt auf, ihr Körper war Tauschware geworden. Ihr Erscheinungsbild, Projektionsfläche für ihre Vorstellung von Schön, war beklebt von Briefmarken großen Fantasien Wildfremder. Sie war Inventar geworden für die Träume anderer. Etwas an ihr selbst ging verloren in diesem Moment, das wusste ich. Daran erinnerte ich mich.

Das Mädchen verschwand unter der Brücke. Ich lief auf die andere Seite, doch sah sie nicht wieder auftauchen. Ich kehrte zurück. Und entdeckte sie: Sie war nur im Kreis gestakst und stellte sich nun an einem Crêpes-Stand an. Ich schmunzelte. Ein Crêpes, um die Nerven zu beruhigen, das war niedlich und machte Sinn. Das Essen würde dem Mädchen wieder die Kontrolle über ihren Leib versichern; er würde wieder ein geborgener Ort von Gaumenfreuden sein, ganz fetischfrei, ganz intim.

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Lyrik-Flashmob #2

Endlich wieder!

Nachdem der erste Lyrik-Flashmob mit euch einen Haufen toller Gedichte zutage gefördert hat, möchte ich hiermit noch einmal zum beherzten Durchschaufeln eurer literarischen Schubladen, Tagebücher, Poesiealben und Geheimmappen aufrufen. Ich werde mit einem Gedicht den Anfang machen und hoffe, ihr stellt viele interessante Werke in den Kommentaren aus.

 

Außerdem möchte ich euch noch auf eine Ausschreibung hinweisen, die für die Lyrikbegeisterten unter euch interessant sein könnte – es geht um eine Publikation:

„Als End- und Höhepunkt des Projektes „Babelsprech“ wird Ende Oktober 2015 die dritte Ausgabe der vielbeachteten Anthologie „Lyrik von Jetzt“ im Wallstein Verlag erscheinen. Deadline ist der 31. März!

Mit „Lyrik von Jetzt 3“ sollen 100 Stimmen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu einer Anthologie zusammengefasst werden. In respektvoller Anknüpfung an die Arbeit von Jan Wagner und Björn Kuhligk übernehmen die Kuratoren Max Czollek (Deutschland), Michael Fehr (Schweiz) und Robert Prosser (Österreich) Auswahl und Herausgeberschaft.

Die Ausschreibung richtet sich an jede*n Lyriker*in mit Jahrgang 1980 oder später. Wir bitten um die Zusendung von maximal fünf Gedichten (je Seite max. 30 Zeilen á 50 Zeichen) im Format doc, docx, odt oder pdf, inklusive Kurzvita, wie sie gegebenenfalls im Buch erscheinen soll (max. drei Zeilen).
Das Buch richtet sich an jene Öffentlichkeit, die wissen will, was in der Lyrik gerade passiert. Darum ist es auch nicht so wesentlich, ob die Texte schon einmal veröffentlicht worden sind, sondern, ob es sich um hervorragende Texte handelt!  Die Rechte sollten dabei entweder bei den Verfasser*innen selbst liegen oder den Verfassern von den Berechtigten zur Publikation gewährt werden (bitte bei der Einsendung gegebenenfalls vermerken).
Sehr gern erwarten wir Eure Einsendungen an: lyrikvonjetztdrei@gmail.com
Einsendeschluss ist der 31. März 2015.“

 

So, und wenn das noch nicht genug Motivation ist, hier kommt das jüngste Gedicht aus meinem Notizbuch:

 

Über entrollte Finger, die Landschaft deines Innen bloß,
hast du mir in die Segel geblasen. Ich trieb in rotierenden
Stürmen, in Flaschen, ich drohte in Modellen der Enge zu kentern.
Dein Atem, Haspeln und Mahlen von wogendem Zögern, lotste mich
durch den Hals einer Zeit, die gläsern war, ganz Lichtreflex und Unsichtbarkeit.
Im Draußen bin ich fast geplatzt, ein Papierexplodieren, ein Wuchern
Wie wilde Buchstabenstreben, Kaskaden als Leitern aus Nehmen und Nehmen
Doch du sahst mich nur durch die Linse meines gekippten Bodens:
Als stilles, als frohes Verwehen, durch fernes Ohr dir gehörend, den Augen gegeben.
Das ließ ich dich glauben. Das, wofür mir Begriffe fehlten, hab ich verschwiegen
Und bei solchen Schulden nichts zu besitzen, ist bereits ein Vergehen.
Ich hatte die Wahrheit in Taschen stecken, musste mir beim Ertasten
Die Hände zerschneiden. Bewege dich nicht, ich lege sie offen – mit Blicken
Bloß musst du sie erleiden: Dies sind die Messer meiner Marmeladengläser.
Mit Blicken, nichts sonst, hast du sie zu lecken.

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Das Buch ist da! (Zumindest bei mir.)

Gerade kamen die Belegexemplare per Post! :D

Schaut selbst – und entschuldigt das komische Format, aber youtube hat mir nicht erlaubt, das ganze zu drehen:

 

 

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Zeichenstunde in der Ringbahn

Gestern fand ja die Zeichenstunde in der Ringbahn statt: Lis(s)a, Jenny, Johanna, Sophia und ich sind einmal wie Nicki und Canon rund um die Berliner Innenstadt gefahren und haben Leute abgemalt. Und das, ohne angeschnauzt zu werden! Handys sei dank – die meisten Fahrgäste starrten wie hypnotisiert auf ihre kleinen technischen Weltenfenster.

Die Ergebnisse unserer Zeichenstunde will ich niemandem vorenthalten. Ich finde, es war ein sehr produktiver Mittag! Danke nochmals Lisa (ich lasse dein virtuelle-Identität-S jetzt weg, weil ich mich auf dein reales Ich beziehe), Jenny, Sophia und Johanna für die unterhaltsamen Stunden. Wie versprochen unser zum Fünftel missglücktes Gruppenfoto:

 

Zeichnerinnen

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Lyrik-Flashmob #1

Wie versprochen geht es heute los mit der Offenlegung meiner und hoffentlich auch eurer weichen, austerigen Herzen von damals und heute – in lyrischer Form. (Wie sonst?)

Es war ganz schön schwer, mich zwischen all den Gedichten aus meinem Ordner zu entscheiden, die sich in den letzten sechs Jahren angehäuft haben. Sechs Jahre, weil ich damals wieder mit Lyrik anfing, und zwar ziemlich ahnungslos.

Darum ist eins der Gedichte, die ich heute veröffentlichen will, auch eins der ersten, die ich schrieb. Es handelt ganz konkret davon, warum ich mich überhaupt an die Lyrik gewendet habe, nämlich aus einer Schreibkrise heraus. Ich tat mich schwer, an meinem Roman zu arbeiten. Es fühlte sich an, als gehörte das Romaneschreiben nicht mehr mir, als sei es das Mittel von Zwecken geworden, die andere Leute verfolgten. So hab ich mich in Gedichte zurückgezogen.

Das zweite Gedicht ist ein aktuelleres. Ich habe es ausgewählt, weil es thematisch ähnlich ist und von Nostalgie handelt, von einer Verklärung der Jugend. Lest selbst.

Ich bin sehr gespannt auf eure Reaktionen und noch mehr auf die Gedichte, die ihr in den Kommentaren postet. Immerhin arbeiten wir hier an einem Lyrik-Flashmob!

 

2009:

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Drei Tage Klagen

Tag1
Nur einen Satz hab ich heute verfüttert
An den stumpfsinnigen Goldesel Roman.
Da hockt er und glotzt verbittert. Ein Satz.
Aus dem Rückgrat gedrückter Lebertran.
Aus Trotz lutsch ich Gedichte wie Honigwaben
Und träum, meinen Schlüssel zu verschlucken
Und mich an den Straßenrand zu legen,
Wange auf weich getretene Pflastersteine,
mir eine Krone aus Disteln und Plastik flechtend,
Um jedem Passanten, der kommt
Meine Weltall weite Liebe in die Hand zu geben,
Gekratzt auf einen Zettel mit Reimen.
So ein Leben hätte ich gewollt.
Dann wär ich reich. Ein sinnlicher Esel
In einer Welt aus Gold.

Tag2
Manchmal wär ich lieber ein sterbender Wal.
Zu Hass verdaute Langeweile schleift die porösen Knochen der Zeit.
Ich trinke und trinke den Brei aus Kreide: mein Jetzt ist für immer.
Heute Abend ist mir selbst das Atmen zuwider.
Lieber als schreiben würd ich durch Finsternis treiben
Gewässer so steif und vor Kälte unfassbar
Dass das Leben verstummt und sich selbst nicht begreift
Und die Seele, die noch Worte spuckend ertrinkt
In den fremden vier Wänden und der Kneipe ums Eck
in begehrlichen Händen und jedem freundlichen Blick
nicht mehr vorwurfsvoll aufzählt, woran sie verreckt.

Tag3
Große Flüsse durchströmen mein Herz
Graben Risse ins Fleisch
Beißen Küsse hinein
Im Rausch spür ich das alles nicht
Will zerrissen sein von lautlosen Pfeilen
So muss es auch sein, sagen Frauen und Männer
Sie wissen wohl besser, was wichtig ist
Ich werf meine Fische in die Gewässer
Wie silberne Schüsse gehen sie unter
Schneiden Gedanken von ihrem Gewicht
Die einen ins Licht, das andere tiefer
Kehren mit wenig, kehren niemals wieder.

 

 

2013:

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Stereogramme sammle ich, von hinten beleuchtet wie Honigtunke:
Feuchtes Auge erfreut sich an der Bildsequenz von Matrosennächten.
Da flackern die Gecken mit Winkehänden, ihre Wimpel entblättern sich selbst
und die glockenvibrierende Trockenpflaume, schluck-schluck, in mir
will ersaufen an so viel Überschussglück. Damals wuchs bei Bier und Mettwurst
was aus den Kinderschuhen, schön wie Fliegen, wie Prügel mögen, nur fester
überspannen den Bogen, ein Traum wischt den nächsten, Riesenrad – gähn!
viel zu fade, Karussell dreht sich schneller, platzt Angst in Gelächter
und der Zungenzipfel saugt mit Moschus sich auf. Blaue Kerls und die Liebchen
rülpsen Schwärmereien wie hochprozentig gesprenkelte Schmetterlingsschwärme –
hastig, hastig, nach oben! Um sich gleich zu verknuspern an den Küssen unerreichbar
gedachter Birnen. So viel Asche in den Lungen, und es macht nichts, oder doch Popcornmäulchen

leckt ja: tatsächlich, die Jugend quetscht aus. Plötzlich war ich

ein Brocken in faltigen Decken. Ich hab mich gemietet und fast vergessen.
Fernsehen brabbelt seitwärts. Taktloser Haarwuchs. Kehlkopfkrebst Fühler ins Sichtfeld.
Hinter Häuserfronten, stur und Pappmaché, in gebuttert dicken Fensterscheiben
Noch ein Glimmen feuchtes Rosa am Schmelzen. Da ist es gewesen. Aber Reden
ist Spiegeln in falschem Silber, noch leben heißt treiben, als wär’s für immer
das Löffellutschen, Schluchzen wie Schmatzen, an den schrecklichen Tagen
die man glücklich war.

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Aus dem Zwang heraus, immer das Ende zu verraten: das Thema ist LYRIK-FLASHMOB

violine

Dieser Blogeintrag hat ein Thema, aber weil es derzeit noch irgendwo unter den flüchtigen Dingen verborgen liegt, die mein Bewusstsein füllen, gibt es die erratischen Flatterwesen aus meinem Kopf zuerst:

1. Weihnachten war gestern. Habt ihr gefeiert? Ich war allein und hab gezeichnet. War aber nicht deprimierend, weil ich nicht daran gedacht habe, dass Weihnachten ist, Jahrestag meiner größten Kinderfreuden, Geburtstag des Heilands, Festzug der Coca-Cola-Trucks, Kannibalismussause irgendeines vergessenen keltischen Stammes. (Ist die Tatsache, dass ich nicht dran gedacht habe, deprimierend? Eine gewisse pragmatische Kulturabtrünnigkeit hat noch niemandem geschadet, schätze ich. Ausgenommen die keltischen Anti-Kannibalen, die wurden nämlich gebacken.) Plätzchen esse ich aber trotzdem gerne, und darauf kommt es doch an.

2. Die Kommentarfunktion bei NoN ist immer noch gestört. Diejenigen, die das beheben könnten, sind über die Feiertage unerreichbar. Ich möchte aber, dass gerade beim nächsten Kapitel alles klappt, denn es ist das letzte der Testlese-Aktion. Deshalb biete ich euch nächsten Sonntag ein Trostpreis-Schmankerl und hoffe, dass am Sonntag darauf alles wieder für das letzte Kapitel funktioniert.

Unglaublich, das letzte Kapitel. So schnell vergingen drei Monate!  Bis zum 22. Februar, dem offiziellen Erscheinungstermin von NoN, wird es aber trotzdem noch jeden Sonntag eine Überraschung auf dem Blog geben – entfallene Szenen, alternative Versionen, Verlosungen, Videolesungen – eine heiße Dusche aus sagenhafter Spannung, pikanter Romantik und Golden Retriever Welpen. (Hab das Hervorheben von Schlagwörtern in fett gerade für mich entdeckt. Sparsam anwenden, Jenny.)

Ehrlich gesagt, ich hab mich schon so an die gemeinsamen Sonntage gewöhnt, dass mir was fehlen wird, wenn die Testlese-Aktion vorbei ist. Deshalb überlege ich, was ich danach wöchentlich hier veranstalten könnte…  auf etwas Grafisches hätte ich Lust. Eine Serie. Muss noch ein bisschen dran tüfteln, aber im Lauf der kommenden Wochen will ich euch Näheres erzählen und euer Feedback einholen.

So, und jetzt zum THEMA dieses Blog-Eintrags: Lyrik!

Letzten Sonntag haben einige von euch Interesse an einem gemeinsamen Lyrik-Eintrag bekundet (LUC). Ich stelle mir vor, dass ich ein Gedicht aus jener mysteriösen, von Parfum, stillen Tränen und Scham umwehten Mappe aus dem Safe in dem Safe für alles Geheime entnehme, hier preisgebe und dafür ganz viele Gedichte von euch in den Kommentarfenstern erhalte! Damit könnten wir eine lange Seite aus Gedichten erzeugen, quasi ein Lyrik-Flashmob. Und natürlich unsere Gedichte diskutieren. Wer würde mitmachen?

 dieb

Fragt mit Cheerleader-Motivationswedeln:

eure Jenny

 

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Schnüffeln im Schreibtisch

Ich habe ja zu Beginn der Testlese-Aktion von NoN angekündigt, dass ich alles aus meinen Schubladen kramen würde, was es an Hintergrundmaterial zu dem Roman gibt. Aber stimmt das wirklich? Und was ist sonst noch so in meinen Schubladen? Ehrlich gesagt, ich wusste es selbst nicht so genau. Darum bin ich auf Erkundungstour gegangen und einmal mit Nasenspitze voran durch den Schreibtisch gekraucht. Es wurde im Vorfeld nichts aussortiert oder dazugelegt, das wird evident bei einigen Schubladen…

Den Neugierigen unter euch wünsche ich viel Vergnügen!

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Fazit: Spam, Kommentarschwund, Backupmangel

AndereGeschichte-oger

 

Da hat man sich gemütlich auf seinem Blog eingerichtet und fühlt sich ganz zu Hause, und was kommt dann? Spam. Nerviger, dummer Viagra-rezeptfrei-aus-Indien-Spam. Wenn die wenigstens Medikamente anböten, die meine Bedürfnisse ansprechen. Vicodin, irgendwer? Valium vielleicht? Ritalin meinetwegen auch. Aber nö, stattdessen 5000 Links zu einer Autoversicherung. Autoversicherung? Ich hab nicht mal den Führerschein, Leute! Wer seid ihr, Spammer? Ich stelle mir einen Haufen kettenrauchender Misanthropen vor flimmerigen Bildschirmen in irgendeinem Land vor, in dem die politische und wirtschaftliche Lage eher Bauch-am-Boden ist. Aber vielleicht seid ihr gar keine Menschen, sondern Maschinen, auf Nervtötung programmierte Frankensteinmonster. Was euch natürlich spannend macht, keine Frage. Ich würde gern mit euch in Kontakt treten und alles über euch erfahren. Offenbart euch, verbergt euch nicht hinter eurem grässlichen Machwerk!

Und als sei die Spam-Attacke nicht genug, verschwanden jetzt auch noch die Leser-Kommentare der letzten beiden Testlesewochen spurlos. Ja, spurlos. Denn ich hab nie Backups gemacht und mich auch nicht um automatische Sicherungen gekümmert. Ächz.

Vor hundertfünfzig Jahren hätte ich einen literarischen Salon neben meinem Speisesaal geführt, zu dem kultivierte Menschen allsonntäglich gepilgert wären, um das nächste Kapitel NoN bei Tee und Gebäck zu besprechen. Der Samstag hätte Zola gehört, und am Montag wären wir mit Flaubert diskutierend über die Champs-Élisées flaniert, und am Mittwoch gäbe es das literarische Diner bei den Goncourts. Aber heute treffen wir uns im Internet, und das Internet ist buchstäblich der öffentlichste Ort der Welt.

Wenigstens sind noch keine Trolle gekommen, das ist doch schon mal was.

 

Morgen wird es statt eines Kapitels eine kleine Video-Überraschung geben. Sonntag darauf sollten die Funktionen des Blogs aber auf jeden Fall wieder tüchtig sein, sodass es mit dem Lesen weitergeht. Es sind nicht mehr viele Kapitel!

 

Eure Jenny

 

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11. Fazit: Ihr seid tolle Testleser. Dafür gibt’s Bücher.

Das sind doch mal schöne Nachrichten vom Verlag. 20 mal verlost dtv NACHT OHNE NAMEN unter allen Testlesern, die mindestens einmal mit einem Kommentar in Erscheinung getreten sind. Eine sehr noble Entschädigung für die Kürzungsauflage von vorletzter Woche, wie ich finde.

Wer also bisher still mitgelesen hat, sollte noch einmal erwägen, ob er nicht doch seinen Namen reinzwitschern und sich für die Verlosung qualifizieren möchte. Erst am Ende der Testlese-Aktion im Februar/März 2015, wenn der Roman erscheint, werden die Gewinner ausgelost. Es sei hiermit auch auf die Teilnahmebedingungen des Verlags hingewiesen.

Und als wäre das nicht genug, hat dtv auch noch dieses kleine Special zu NoN auf der Verlagsseite eingerichtet. Cool.

Was gibt es sonst noch? Na, ein neues Kapitel – und zwar wie immer morgen, 11:00 auf dem Blog!

Es freut sich auf euch:

Jenny

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Verlosung: zweimal zusammen zeichnen wie Nicki und Canon

Wer NoN die letzten Wochen als Testleser begleitet hat, wird bereits wissen, dass dieser schöne Sonntag ein besonderer ist. Statt des nächsten Kapitels darf ich heute eine Gewinn-Aktion bekanntgeben! Was ihr bis wann und wofür eigentlich machen könnt, hab ich in die Kamera reingeschnabelt; die genauen Details, Termine und Kontaktmöglichkeiten findet ihr unter dem Video:

 

 

Mann, Mann, Mann, wenn ich gefilmt werde, weiß ich nie, was ich sage. Das hält mich aber nicht davon ab, freudig vor jede Linse zu hechten. Vielleicht ist das mein Bungee Jumping. Oder ich bin aufmerksamkeitsgierig. Es gibt immer eine schmeichelhafte und eine schonungslose Möglichkeit, das widersprüchliche Gewirr aus Verhalten und Empfinden zusammenzupressen, damit eine Persönlichkeit sichtbar wird, diese feinmaschigste aller Illusionen.

Aber ich schweife ab. Nach Rücksprache mit dtv kommen hier die Details zum gemeinsamen Zeichnen:

Leider war es aus diversen Gründen nicht möglich, den Gewinner nach Berlin einzuladen. Das Gute daran ist, dass es jetzt mehr Gewinner geben kann und eine zweite Zeichenstunde in München stattfinden wird, damit auch diejenigen, die in Süddeutschland wohnen, eine Chance haben, teilzunehmen. Ich weiß, für viele von euch ist München ebenso schwer erreichbar wie Berlin. Vielleicht kann ich die Aktion ja in Zukunft fortsetzen und auch noch andere Städte besuchen.

 

WAS genau passiert?

Wir treffen uns an einem Bahnsteig, fahren ca. eine Stunde durch die Stadt und zeichnen gemeinsam.

Anschließendes Aufwärmen der fleißigen Finger an einer heißen Schokolade in einem Café. (Apfelstrudel ist auch erlaubt.)

WO reicht ihr eure Bilder ein?

Auf Facebook posten oder als private Nachricht schicken: www.facebook.com/jennymainuyen

Per E-Mail: post@jennymainuyen.de

Bitte schreibt unbedingt dazu, in welcher Stadt ihr zeichnen wollt!

EINSENDESCHLUSS:

Für München – 08.November 2014 (Bekanntgabe der Gewinner am 09.November)

Für Berlin – 24.Januar.2015 (Bekanntgabe der Gewinner am 25.Januar)

WANN finden die Zeichenstunden statt?

In München – 23.November 2014 (Ort und Zeitpunkt erfahren die Gewinner.)

In Berlin – 08.Februar 2015 (Ort und Zeitpunkt erfahren die Gewinner.)

           .

Übrigens, wenn ihr mit dem Zeichnen bisher eher wenig am Hut hattet, ist das kein Grund, nicht mitzumachen. Es geht ja nicht um Leistungen, sondern ums Vergnügen – und das findet man beim öffentlichen Zeichnen auf jeden Fall!

Außerdem bat mich der Verlag, auf ihre Teilnahmebedingungen zu verweisen: http://www.dtv.de/_pdf/gewinnspiele/teilnahmebedingungen_dasjungebuch.pdf?download=true

Da steht auch etwas über Daten, aber keine Sorge, ich brauche weder eure Adressen, noch eure Nachnamen, nur eine Möglichkeit, mit euch Kontakt aufzunehmen, wenn ihr dabei seid :)

So, und nun bin ich mächtig gespannt auf eure Zeichnungen. Hab ich eigentlich schon erwähnt, wie sehr ICH mich auf das Ganze freue?

Langnasig vor Neugier:

eure Jenny

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NACHT OHNE NAMEN: der Schauplatz

Nur noch zweimal schlafen, dann beginnt das große Testlesen! Ich bin so gespannt, was ihr zur Geschichte sagen werdet. Gleich im ersten Kapitel ist nämlich schon eine Passage, zu der ich eure Meinung einholen will, weil… Ach, ich muss mich zusammenreißen, jetzt nicht schon alles zu verplappern!

Und da wir uns quasi im Anflug nach NoN befinden, ist hier noch ein Gemälde des Schauplatzes, das ich vor dem Verfassen des Romans malte und währenddessen an der Wand gegenüber des Schreibtisches immer im Blick hatte. Zu sehen ist nicht das normale Berlin mit Fernsehturm, wie man es von Postkarten kennt, denn im Roman ist die Stadt (und das Darunterliegende) eher ein nebulöses Nest in rätselhafter Finsternis. Die Stimmung ist entscheidender als der Anspruch auf Realität. Das behaupte ich als überzeugte Träumerin einfach mal ganz allgemein.

Nacht

Und weil das Gemälde wirklich ganz schön nebulös ist, hier noch eine übersichtliche „Welten-Karte“, damit ihr wisst, wohin es geht:

Weltkarte

Dass es eine Unterwelt gibt, hab ich ja schon im Videoclip erwähnt, aber eine Un-Welt? Was soll das denn sein? Kann es eine Welt, die das Gegenteil einer Welt ist, überhaupt geben? Tja…

Händereibend und kichernd wie ein Bösewicht, obwohl nur gutes im Sinn:

eure Jenny

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NACHT OHNE NAMEN – Testleser werden!

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Nacht ohne Namen – worum geht’s?

Warten vor der Wohnung

In 10 Tagen erscheint das erste Kapitel von NoN hier auf dem Blog. Wie ihr Testleser werdet, hab ich im letzten Eintrag zusammengefasst (genau genommen müsst ihr bloß mitlesen und nach Lust und Laune kommentieren). Heute will ich noch ein paar Details über die Geschichte ausplaudern, damit ihr am 31.August nicht ins völlig Ungewisse tapst.

Bei NoN handelt es sich um ein Jugendbuch, weil die Hauptfiguren zwischen 12 und 19 sind. Eine Skizze der Figuren mit Namen und Alter hab ich hier gepostet. Gut, einer der Helden ist laut Skizze etwas über 1200 Jahre alt. Was bedeutet, NoN ist ein Jugendbuch mit verdammt trockenen Leichen! Nein, Quatsch. Mit phantastischen Elementen!

Zum Inhalt:

Sie helfen dir, wenn niemand für dich da ist.

Sie verleihen dir Macht, wenn du am schwächsten bist.

Sie erfüllen deine sehnlichsten Wünsche. Egal wie unmöglich.

Sie verlangen nicht viel. Nur hin und wieder deinen Körper.

Als Canon verschwindet, folgt Nicki der Spur ihres Freundes durch die Nächte von Berlin.

Vor Traumdeutern, Besessenen und falschen Freunden schützt sie Tallis – ihr Dämon wider Willen.

Aber wer schützt Nicki vor Tallis?

Tja… NIEMAND. Oder doch jemand? Oder ist das überhaupt nötig? Was für ein Dämon soll das eigentlich sein? Das wird sich alles nach und nach klären! (Der große Roman über trockene Leichen kommt ein paar Jahre später.)

Vorfreudig:

Eure Jenny

P.S. Die Zeichnung oben zeigt Nicki beim Zeichnen.

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Testleser gesucht: In zwei Wochen geht es los!

 

Gretchen

Die Vorbereitungen der Testlese-Aktion von NACHT OHNE NAMEN laufen heiß. In zwei Wochen soll es losgehen – am Sonntag, den 31.08.2014, erscheint das erste Kapitel des Romans hier auf dem Blog. Was es zu wissen gibt:

– Jeden Sonntag von August bis Januar 2015 wird ein neues Kapitel auf dem Blog veröffentlicht. Wer danach neugierig auf den Fortgang der Geschichte ist, kann ab März 2015 den Roman im Buchhandel ergattern – oder bei der Verlosung gewinnen!

– Jeder kann mitlesen. Wer Kommentare schreiben, Ideen vorschlagen oder an den Abstimmungen teilnehmen möchte, muss wie bisher lediglich eine e-Mailadresse hinterlassen (die natürlich unsichtbar bleibt und nicht weitergegeben wird).

– Unterfüttert wird das Ganze von Hintergrundmaterial aus meinen Schreibtischschubladen.

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich in den letzten Tagen nichts anderes getan habe, als in besagten Schubladen herumzukramen und das Geheime vom Gewöhnlichen, das Peinliche vom Vorzeigbaren, das Rätselhafte vom Konfusen zu trennen. Keine Sorge, preisgeben werde ich aber alles schonungslos und querbeet!
Ich bin so gespannt, wie euch die Geschichte gefallen wird. Da ich eurem guten Geschmack (ähem, und meinem) aber vertraue, wird das bestimmt eine feine Sache für uns alle. Trotzdem ist Kritik explizit erwünscht, denn ich möchte ja, dass das Buch durch eure Testleserschaft den letzten Schliff bekommt.

In den folgenden Tagen werden mehr Details wie eine kleine Inhaltsangabe des Romans in die Öffentlichkeit sickern. Es lohnt sich, immer mal wieder vorbeizuschauen.

Es freut sich auf Sonntag in zwei Wochen:
Jenny

P.S. Der heiße Feger oben ist Gretchen aus NoN.

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Die Vorabveröffentlichung von NACHT OHNE NAMEN nimmt Gestalt an

Figuren

Die letzten Wochen waren für mich ein Tauchgang in den einsamen Tiefen des Romanschreibens. Ich arbeite nämlich gerade an einem besonders ehrgeizigen Buchprojekt, bei dem ich konzentrierter und langsamer vorgehen muss als sonst. Nun möchte ich mich aber mal wieder melden, und zwar aus zwei Gründen:

–          Es gibt Neuigkeiten zur Vorabveröffentlichung von NACHT OHNE NAMEN hier auf dem Blog

–          Ich liege mit Fieber im Bett, zu erschöpft zum Romaneschreiben, zu wach, um gar nicht zu schreiben.

Fiebrig sein ohne weitere Beschwerden ist übrigens toll! Man kriegt vielmehr Aufmerksamkeit und Zuwendung, obwohl man schwitziger ist als sonst und weniger kann. Das ist die beste Psychotherapie, wenn man wie ich tief drinnen befürchtet, nur für Leistungen geliebt zu werden. Und für tadellos trockene Achseln.

(Darf ich noch ein bisschen über mein Kranksein plaudern? Ich liebe es ja, krank zu sein und Mitleid zu bekommen. Und dass Leute sich um mich sorgen, das ist schön. Vermutlich hab ich mir das Fieber selbst herbeigewünscht, weil ich DR HOUSE geguckt habe und aus hypochondrischem Futterneid auch wollte, was die Patienten kriegen: AUFMERKSAMKEEEIIT! Und Streicheleinheiten.)

Jetzt zu den Neuigkeiten, die interessant sind. Inzwischen steht fest, wie viel Text von NACHT OHNE NAMEN vorab auf dem Blog veröffentlicht werden darf. Ich wollte unbedingt, dass ein Drittel – der erste von drei Teilen des Romans – eurem Testleser-Lektorat unterzogen wird. Leider war das dem Verlag doch ein bisschen zu viel. Die Lösung: Es wird trotzdem das erste Drittel veröffentlicht – allerdings mit zwei Kürzungen. Ich werde zusammenfassen, was darin passiert, sodass keine Lücke in der Logik der Handlung entstehen wird. Schöner wäre natürlich der volle Text gewesen, aber so funktioniert es auch. Und die wichtigen Stellen, zu denen ich eure Meinung brauche, bleiben enthalten.

Losgehen wird es, wenn alles nach Plan läuft, Anfang September. Nur noch ein Monat Geduld! Bis dahin werde ich noch einige Details hier bekannt geben. Ich hoffe, ihr macht alle mit und zögert nicht, den Text umfangreich zu kommentieren!

Das Cover wird am Ende der Blog-Aktion preisgegeben. Bis dahin wird es ganz viele Zeichnungen von den Figuren und Schauplätzen geben. Oben seht ihr zum Beispiel eine Aufstellung der wichtigsten Personen im Roman. Nicht alle von ihnen werdet ihr im ersten Teil kennen lernen, aber wer weiß, vielleicht darf ich ja nach der Blog-Aktion noch ein paar Extra-Szenen mit ihnen teilen …

Ach, das wird toll. Ich bin schon so gespannt, was ihr zu der Geschichte sagt.

 

Schlappe, aber gemütliche Grüße aus dem Bett von

Eurer Jenny

 

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Der Titel des Romans! Und andere Vertraulichkeiten…

Die Verführung eines Blogs besteht darin, alle Vertraulichkeiten des Tagebuchführens mit einer Öffentlichkeit zu teilen, für die man weder Gesichter, noch Stimmen hat und aus der die Fantasie also nur ein Spiegelkabinett machen kann, ein Schillern und Blinken hundertfacher Selbstreflektion. Heute werde ich dieser Verführung erliegen.

Aber zuerst die offiziellen Neuigkeiten: Der Titel des kommenden Romans steht fest! Es hat ein Weilchen gedauert, weil die Titelfindung nicht nur Sache der Autorin ist, sondern auch des Verlags. Was heißen soll: Der Verlag entscheidet zum Schluss.

Aber ich bin sehr glücklich mit dem Titel, da er (was leider nicht immer der Fall ist) zur Geschichte passt wie das Kraut auf Sauce (was in diesem Zusammenhang eine hübschere Vorstellung ist als die Faust auf dem Auge). Lange Rede, kurzer Sinn – wenn ich vorstellen darf, so lautet mein Jugend-Fantasy-Roman, der Anfang 2015 erscheint:

NACHT OHNE NAMEN

Was haltet ihr davon? Wahrscheinlich nicht viel, ich müsste erstmal was zum Inhalt sagen. Nun, der Titel ergibt sich aus zwei Gründen:

  1. In einer Nacht in Berlin wird ein junges Mädchen ihren Namen für sich behalten, was weitreichende Folgen hat… denn um einen Pakt mit einem Dämon zu schließen, muss man seinen wahren Namen nennen. Wer das nicht tut – nun ja, der kommt vielleicht nicht gleich in Teufels Küche, aber definitiv in die Unterwelt!
  2. Wir leben in einer Welt voller Begriffe. Menschen haben die possierliche Eigenheit, alles um sich und in sich zu benennen. Doch diese Welt schwimmt in einer Dunkelheit, die von Worten nicht zu erfassen ist. Das Unsagbare umgibt uns, ob wir wollen oder nicht – eine ewige Nacht ohne Namen. Und das spielt in dem Roman eine entscheidende Rolle. Denn die Hauptfiguren wollen in dieses Unsagbare einbrechen.

 

Ich hoffe, ich durfte das alles schon verraten. Wenn nicht, hoffe ich desweiteren, die lieben Lektorinnen von dtv lesen meinen Blog nicht. ^^

Und weil kein Blogeintrag ohne Illustration auskommt, hier eine Szene aus NACHT OHNE NAMEN:

Unwelt

Ich habe ja schon angekündigt, dass ich heute Abend besonders vertrauensselig bin. Ich möchte an dieser Stelle etwas über mein Privatleben erzählen. Wer davon nichts wissen will, um sich zum Beispiel meine Bücher nicht mit zu vielen Informationen über die Schriftstellerin dahinter zu verhängen, muss hier Halt machen.

Alle anderen dürfen jetzt näher rücken. Ich bin gerade furchtbar aufgeregt, weil sich mein kleiner Bruder in diesem Moment Berlin nähert, um bei mir zu wohnen. Für immer. Oder so lange, bis er eine eigene Bleibe gefunden hat. Daher vermute ich, er klebt mir für alle Zeiten an der Backe.

Das ist eine seltsame Ahnung. Meine letzten zwei Stunden in friedlicher Einsamkeit machen mich zugleich vibrierend vor Sorge und Vorfreude; denn ich liebe meinen Bruder ja, aber wenn sich Liebe mit Abhängigkeit vermischt und das Bedürfnis nach Nähe zu zwangsläufiger Nähe wird, können Beziehungen ganz schön darunter leiden. Zudem ist unsere Familie ein komplizierter Haufen, wenn man es nett ausdrücken will. (Weniger nett wäre: Keimherd psychischer Krankheiten.) Mein Bruder ist der einzige, mit dem ich noch eine innige Bindung habe, daher kann ich mir überhaupt nur mit ihm ein Zusammenleben vorstellen.

Wird es gut gehen? Werde ich ihn zu Tode bemuttern? Werden wir jeden Tag rumalbern? Komme ich überhaupt noch zum Schreiben? Ach, auf all das bin ich nervös gespannt.

Der Zufall will es, dass ich mir in NOIR bereits ausmalte, wie Bruder und Schwester zusammenleben. Wer das Buch gelesen hat, weiß, dass das nicht gerade reibungslos vonstatten geht. Manchmal imitiert nicht die Kunst das Leben, sondern das Leben die Kunst. Hoffentlich aber nicht zu genau…

So, das war es mit den Vertraulichkeiten für heute.

Liebe Grüße in die dunklen Tiefen des Netzes munkelt:

eure Jenny-Mai

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Flucht in (M)Al(b)träume

Bestimmt kennt ihr das: Man hat so viele Dinge gleich dringend zu erledigen, dass man sich für nichts entscheiden kann – und dann in eine vollkommen andere Aktivität flüchtet. Für mich ist das der größte Luxus – unnütze Beschäftigungen, die man überhaupt nicht tun muss, aber absolut tun will.

Diese Woche ging es mir so. Ich hab eines Abends gar nicht gewusst, was ich nun lesen oder schreiben oder drucken oder aufräumen sollte, also hab ich alles sein lassen und gemalt.

Das Bild schien schon länger in mir zu sein, aber erst jetzt wusste ich, dass es wirklich da war – man muss mehrmals von einer Sache träumen, bevor man weiß, dass es eine Mitteilung des Unterbewusstseins ist und kein bloßes Schillern an der Oberfläche.

Unheimlich musste es sein. Wie fast alle Bilder bei mir. Sie kommen aus einem dunklen und geheimnisvollen Teich.

 

Am ersten Tag habe ich nur vorgezeichnet und ein bisschen Ölfarbe angesetzt:

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Es sollte ein stilles Bild werden, als würde man den Atem anhalten, in Erwartung, entweder einen Kuss oder einen Biss zu hören. Aber am nächsten Tag wollten die Farben etwas anderes:

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Ich bin schlecht im Untertreiben, vor allem wenn es um Emotionales geht. Stunden später sah es dann so aus:

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Ganz schön dramatisch, ich geb ’s zu. Anders kann ich mich dem Thema „Mütter und Mutterschaft“ wohl nicht annähern. Der Baum will auch lieber weg von den kosmischen Sturmwolken.

Am dritten Tag hab ich das Bild  fertiggestellt. Oder sagen wir: weggestellt. Die Hände sind noch nicht so richtig toll, der Hautton stimmt noch nicht überall, einige Details schweben noch in Unerfüllung… aber um ehrlich zu sein, ich hab keine Lust mehr, weiter dran zu arbeiten. Denn es war ja meine Fluchtwelt, und sobald es sich wie Arbeit anfühlt, kann ich auch wieder was anderes tun…

Muttermund

 

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Alles, was in meinen Büchern steht, ist wahr

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Ich war gerade auf dem Weg zu einer Philosophie-Vorlesung, da blieb ich im Korridor des Universitätsgebäudes stehen und blickte lange auf den roten Linoleumboden. Links lag hinter einer Fensterfront ein Hofgarten; die Sonne tränkte die Baumkronen und ihre Schatten kribbelten und krabbelten über den Boden. Es sah aus wie Zellen unter einem Mikroskop – wie Blutkörperchen, rot und weiß, voller Eifer ihren einen, unbezweifelbaren Lebenssinn erfüllend. Ich konnte mich davon nicht lösen.

Natürlich war das Schauspiel nur ein Abbild des echten Lebens dort draußen. Was unter den Füßen der Studenten pochte wie ein riesiges, geöffnetes Herz, war nicht organisch, sondern die Bäume im Hofgarten waren es. Wie sie im Wind wiegten und Licht tranken, schufen sie dieses Schattenkunstwerk, eine Abstraktion ihrer Lebendigkeit, eine Offenbarung ihrer Seele.

Dasselbe machen Menschen. Meistens unabsichtlich, leichtfertig wie die Bäume und überwältigend für jeden, der darauf achtet. Aber manchmal tun sie es auch bewusst, nämlich in der Kunst. Wäre ich ein Baum, dann wären die bewegten Schatten auf dem Boden meine Bücher.

Die Schatten faszinierten mich viel mehr als die Bäume draußen. Ich beobachtete sie so lange, bis mir die Selbstverständlichkeit, dass auf der einen Seite der Glaswand das echte Leben sein sollte und auf der anderen nur sein Abbild, völlig abhandenkam. Es schien mir ganz gewiss, die Schatten hatten ein Eigenleben. Sie hatten sich irgendwie von ihrer Ursache gelöst und führten ihren unabhängigen Freudentanz an der Existenz auf.

Mit Kunst, mit Büchern muss es sich ebenso verhalten. Dass Figuren und ihre Geschichten von jemandem erfunden wurden, hindert sie nicht daran, zu Leben zu erwachen. Sie sind natürlich in einer anderen Dimension. Nicht in unserem Raum und unserer Zeit. Doch wir können sie beobachten und mehr sehen als den Schattenriss unserer eigenen Seele. Dieses „Mehr“ ist so faszinierend, dass man mitten in einem Korridor wie angewurzelt stehen bleiben und sich heillos verspäten könnte.

Für mich ist seit heute das, was in Büchern steht, so wahr und wirklich wie unsere Welt. Wie das geht, kann ich nicht sagen. Die Entstehung von Leben bleibt ein Wunder und ist letztlich nicht zu erklären. Zwischen unserem Verstand und dem, dessen Wahrheit wir am stärksten empfinden, ist immer eine haarfeine Leere, ein leise heulender Abgrund.

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Fast nur gute Nachrichten

Erschöpft, aber bepackt mit tollen Sachen und Neuigkeiten bin ich gestern Abend aus München zurückgekehrt, wo ich mich mit den netten Lektorinnen und Mitarbeiterinnen von dtv getroffen habe. Die gute Nachricht:

Der neue Roman erscheint nicht erst im Sommer 2015, sondern jetzt schon im März 2015!

Das zu hören war, als würde meiner brodelnden Ungeduld kurz der Deckel angehoben. Denn wenn der Erscheinungstermin März 2015 ist, dann ist das Buch – pssst! – wahrscheinlich schon Mitte Februar lieferbar … Also dauert es nur noch acht Monate!

Acht Monate. In der Zeit könnte man fast einen Menschen herstellen. Oder ein Buch testlesen. Also habe ich versucht, den Verlag für die Idee zu erwärmen, den Roman vorab auf meinem Blog mit euch zu teilen. Das, oder ich stelle einen kreischenden Menschen her und schreib nie wieder ein Buch. Und nun kommt die zweite gute Nachricht: Alle waren für ersteres!

Na ja, prinzipiell. Denn den gesamten Roman ins Netzt zu stellen, hat dann doch für hochgezogene Brauen gesorgt. Das ist auch schon die schlechte Nachricht. Wie viel Text ich eurer Testleserschaft unterziehen darf, muss noch verhandelt werden, aber auf jeden Fall werden über die kommenden Monate mehrere Kapitel in Häppchen veröffentlicht. Dazu gibt es auch ganz viele Hintergrundinfos, Illustrationen, weggefallene Szenen – eben alles, was bei der Entstehung des Buches wichtig war und mir hier aus den Schreibtischschubladen quillt.

Wann genau es losgeht, ob und wenn ja, wie man sich als Testleser anmelden kann, und alles weitere werde ich wie immer brühwarm bekanntgeben!

Ich freu mich wirklich riesig auf diese Aktion, auf eure Meinungen und vor allem auf das Erscheinen des Romans. Hoffentlich macht er euch so viel Freude, wie er mir beim Schreiben machte.

 

P.S. Was ich für „tolle Sachen“ beim Verlag eingeheimst habe? Bücher und Münchner Butterbrezeln natürlich – was sonst? ^^ In „Diviners – aller Anfang ist böse“ von Libba Bray hab ich schon reingelesen. Die Sprache hat mir gleich gefallen. Könnte ein Tipp werden…

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Und wenn es noch schlimmer wird … macht man was dagegen!

In meinem vorletzten Blog-Eintrag hab ich schon geächzt, weil es einfach furchtbar ist, wenn man eine Geschichte fertig geschrieben hat und der Erscheinungstermin noch endlose Monate entfernt ist. Ich will euch das Buch jetzt zeigen, jetzt sofort!

Aber aufgrund der langen Planungszeiten, die Verlage für ihre Programme brauchen, wird mein neuer Roman erst im

SOMMER 2015 erscheinen.

Noch ein ganzes Jahr?! Genau genommen sogar noch mehr als ein Jahr. Und ganz genau genommen ist das auch ein bisschen meine Schuld, denn ich habe viel zu lange in meinem stillen Kämmerlein geschrieben, bevor ich das Manuskript Verlagen anbot, bzw. meinen Agenten dazu anstachelte. Ganz zu schweigen von meinen weitschweifigen Überarbeitungs-Aktionen…

Natürlich könnte ich mich damit abfinden. Und ihr wahrscheinlich sowieso. Es gibt genug andere tolle Bücher, mit denen man sich bis zum Sommer 2015 vergnügen kann.

Die Sache ist nur, dass ich im Nachhinein ebenso dickköpfig bin wie im Vorfeld schusselig.

Ich hab mich also gefragt, wie ich die Geschichte schon früher mit all denen teilen könnte, die ebenso ungeduldig sind wie ich. Natürlich hat dtv, der Verlag, die Rechte an dem Text, sodass ich ihn nicht einfach ins Netz stellen darf…

In zwei Wochen präsentiere ich dtv in München deshalb eine Idee, die genau das trotzdem möglich machen soll. Wenn der Verlag das OK gibt, dann könntet ihr euch bald als Testleser direkt an der Geschichte und dem Lektorat beteiligen. Und ich könnte eure Vorschläge und Ideen in den Text einarbeiten. Ich habe an diesem Buch ohnehin schon so viel herumgetüftelt, dass fünfhundert neue Änderungen nicht mehr ins Gewicht fallen.

Jetzt hoffe ich erstmal, dass der Verlag einverstanden ist. Und habt ihr überhaupt Lust auf solchen Kram?

Ein heilloser Wahnsinn ist das schon… Ich glaube, es könnte riesen Spaß machen :-D

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Anti-Schreibtipp-Tipps

Oft werde ich gefragt, ob ich Tipps zum Schreiben habe. Mein erster Impuls ist immer, „Nein!“ zu antworten. Warum? Nicht aus Unhöflichkeit. Auch nicht aus Faulheit. Na gut, ein bisschen aus Faulheit. Und ich möchte behaupten, auch Ahnungslosigkeit ist nicht der Grund. Die ruppige Antwort will ich daher erklären.

Als ich mit meiner ersten Geschichte anfing, wollte ich von Ratgebern überhaupt nichts wissen. Einerseits aus Stolz, andererseits aus Angst, all meine Fehler aufgezeigt zu bekommen. Dieses Selbstvertrauen aus Trotz ging mit viel Selbstkritik einher, sodass ich mir angewöhnte, jede fertiggestellte Geschichte als Generalprobe abzuwinken – die nächste würde das ganz große Werk werden. Ich probierte in den sieben „Romanen“, mit denen ich vor meiner ersten Veröffentlichung die Schublade fütterte, alles aus, was sich später als Fehler oder kluger Kniff entpuppen sollte, und erarbeitete mir über hunderte von Seiten ein Gespür dafür, wie ich meine Geschichten am besten webe.

Dann wurde „Nijura“, mein erster Roman, veröffentlicht. Und es kamen Reaktionen. Ich war jetzt nicht mehr allein am Schreiben, sondern die Verlage, die Leser guckten mir bei jedem Wort über die Schulter. Natürlich nicht buchstäblich – schließlich wart ihr mit eurem eigenen Leben beschäftigt –, aber ich fühlte mich so als ob. Schriftsteller sind oft empfindliche Eigenbrötler, wenn sie die Aufmerksamkeit zu nah an sich ranlassen, können sie in Schockstarre verfallen. Lauter Meinungen vermischten sich mit meiner, sodass ich nach ein paar Jahren überhaupt nicht mehr wusste, was ich eigentlich wollte – dafür hatte ich einen riesigen Strauß Wünsche und Bedürfnisse zusammengetragen, die andere an meine Bücher hatten oder auch nur in meiner Vorstellung haben könnten. Es war eine langsame, schleichende Schreibkrise. Und plötzlich kam mir die Eitelkeit, die mir sämtliche Tipps und Ratschläge von außerhalb verbot, wie eine Falle vor.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich hab trotzdem nie einen Schreibratgeber gelesen. Ich weiß nichts über plot lines, ab welcher Seite der Protagonist welche Motivation artikuliert haben muss, welche Kunstgriffe für die Hochliteratur absolut verboten sind oder was es sonst noch an guten und schlechten Regeln gibt. Ich möchte überhaupt nicht so technisch über Kunst nachdenken. Oft genug habe ich aus meiner Unwissenheit und Naivität die besten Ideen geschöpft. Und ihr merkt schon, das klingt jetzt doch irgendwie wie ein Tipp. Deshalb Schluss mit dem Herumdrucksen – wenn ich euch schon davon überzeugt habe, dass Richtlinien stören, wo es um Freiheit und Ausdruck geht, dann hört auf, das hier zu lesen. Geht und schreibt, ihr könnt es längst! Allen anderen werde ich jetzt verraten, an welchen Erkenntnissen ich mich aus der Schreibkrise herausgezogen habe. Zur Verteidigung meiner Inkonsequenz kann ich nur sagen, dass ihr davon nichts befolgen solltet, was euch nicht spontan einleuchtet und ihr wahrscheinlich ohnehin schon macht. Deshalb ist der erste Tipp:

  1. Halte dich nicht an Regeln. Wiederholungen sind schlechter Stil? Jede Figur muss eine Wandlung durchlaufen? Man muss sich für eine Perspektive entscheiden? Pfeif drauf. Wirklich. Außer natürlich auf deine eigenen Regeln. Diese, handverlesen und wohl durchdacht, erfordern deine absolute Treue, nur dann können dir auch andere auf den unkonventionellen Pfaden folgen, die du einschlägst.
  2. Schreib, was dir Spaß macht. Klingt ganz leicht, oder? Aber dieses Gebot ist wirklich am schwierigsten einzuhalten, jedenfalls für mich. Denn ich verwechsle oft das, was mir Spaß macht, mit dem, was mich stolz machen oder bestimmte Leute beeindrucken könnte. Schrecklich, aber ich muss es offen gestehen. Um zu schreiben, was wirklich von Herzen kommt, gehört eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Es gibt Zeiten, in denen mir das fehlt. Dann hilft eigentlich nur: Darüber schreiben, wie es einem fehlt. So findet man heimlich in sein eigenes Herz zurück.
  3. Wisse, für wen du schreibst. Diesen Tipp habe ich oft unfreiwillig gehört, meistens von ausgefuchsten Leuten, die Zielgruppen und Verkaufszahlen im Blick haben. Mich persönlich hat es immer gehemmt, mir eine ‚Masse‘ vorzustellen, die statistisch so und so viel liest und dies und das von einem Buch erwartet. Gibt es diese Masse wirklich? Ich habe immer nur Leser kennengelernt, die dieselbe Sehnsucht nach Schönheit und Wahrheit hatten wie ich, wenn ich ein Buch in die Hand nehme oder an anderen Quellen der Kunst Erfrischung suche. Zu wissen, für wen man schreibt, bedeutet gleichzeitig, die Frage zu verwerfen. Denn man schreibt so oder so für Menschen. Oder „Bewusstseinsformen“, wenn einem Aliens oder Gott das liebenswertere Publikum sind. Jedenfalls schreibt man für jemanden, der dasselbe denken und empfinden soll wie man selbst (und vielleicht sogar man selbst ist).
  4. Hab keine Angst vor Fehlern. Lass dich inspirieren, aber nie einschüchtern. Alle Menschen straucheln durch das Dickicht der Zeit, ein großer Haufen verwirrter, faszinierender Tierchen. Was dir in einem Moment richtig erschien, ist dir im nächsten vielleicht schon peinlich, aber es gab immerhin diesen einen Moment, in dem du dich dazu entschieden hast – und bestimmt nicht ohne Grund. Deine vergangenen Ichs verdienen einen Platz in der Realität, also widerstehe dem Drang, sie zu vernichten.
  5. Pflege deine Tagträume. Und zwar hemmungslos. Erschreckende Fantasien, böse Gedanken, der ultimative Kitsch – wenn es in dir steckt, hat es seine Daseinsberechtigung. Alles darf geschrieben werden.

Das sind meine persönlichen Regeln. Sie klingen mehr nach Selbstakzeptanz als nach Schreibhandwerk, weil ich eben dort meine Schwächen sehe. Aber vielleicht ist das ja alles Humbug, immerhin bleibe ich nicht von Blockaden verschont. Wenn ihr Ratschläge habt, die euch (und euren Lesern) das Erlebnis versüßen oder die ihr mir nach der Lektüre meiner Bücher schon immer mal empfehlen wolltet, dann schreibt sie mir doch als Kommentar. Ich bin sehr neugierig, wie ihr das mit eurer Literatur macht. Im Grunde stricken wir ja alle an demselben Hütchen für die Menschheit!

uhrzimmer

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9. April 2014 · 11:59