14. November 2015

Beim Goethe-Institut in den Vereinten Arabischen Emiraten

Foto mit Abdelasis von der MBR-Foundation, Lyriker Tristan Marquardt, mit mir (ÖÖCH!), Comiczeichnerin Soufeina Hamid alias Tuffix und Bettina Quabius vom Goethe-Institut. Heute ist mein letzter Tag in Dubai. Zwei Wochen war ich hier, um das Land kennenzulernen und darüber zu schreiben. Um eine andere Kultur zu verstehen, reichen zwei Wochen gewiss nicht aus. Den Blick über die Landschaft schweifen zu lassen und möglichst ein, zwei Bodenproben zu nehmen, war das erklärte Ziel. Worauf ich stieß, war weniger das Andere als mein Eigenes: Die Emirate als politischer, religiöser und gesellschaftlicher Gegenentwurf zu meiner Heimat halfen mir zu verstehen, was meine Heimat eigentlich ausmacht, wo ihre Vor- und Nachteile liegen. Ist…

30. September 2015

Insekt am Fenster: lyrische Betrachtungen von euch und mir

Ich war mal wieder eine halbe Ewigkeit nicht hier. Meine Entschuldigung ist, dass ich in den Kosmos einer Geschichte abgetaucht bin, die ich derzeit schreibe – mit einer Vorgabe von 1000 Wörtern pro Tag. Heute Morgen, als ich weiterarbeiten wollte, habe ich realisiert, dass ich gestern Abend in der Uni-Bibliothek vor Müdigkeit vergessen habe, die aktuelle Version des Manuskripts auf eine Cloud hochzuladen: Jetzt liegt das Manuskript auf einem Computer in der Universität. Und ich liege noch im Bett. Für Panik um die gestern geleistete Schreibarbeit fehlt mir aber einfach die Energie, es ist sonnig und wohlig hier, ich trage die extra gemütlichen Socken und habe ein Glas kalten Milchkaffee neben mir. Was will…

12. August 2015

Sommerbrut (ein Gedicht)

Manche Gedichte brauchen Wochen, Monate oder Jahre, bis die letzten zwei Worte gefunden sind, die wie unentbehrliche Schrauben die Maschine zum Laufen bringen. Monatelang hat folgendes Gedicht in meiner Schublade gewartet, bis es sich endlich fertig anfühlte: wie ein Strauß gepresster Wildblumen, wild durcheinander duftend und zerfallend in Krümel getrockneter Sehnsucht.   Mit Federgras Gemalter, gedeihst im Verderb, dir steht der Sinn nach dem Ruß des Sommers. Beschönigt wirst du vom Weidengeflüster, von Schatten in Splittern, die auf dem Weiher als kosende Zeit wie gerupfte Blüten in Kreisen treiben. Du singst als Gemahl der Grillen vom Immer, wo doch jeder außer den Tieren weiß, dass in allen Momenten das Sterben…

16. Juli 2015

Echte Anti-Haltung ist Anti-Anti-Haltung: Nach HASSAN kommen die MUNKLER!

Eigentlich ist das Zeichnen eine Fluchtwelt für mich, wenn es mit dem Schreiben nicht klappt. Eine trotzige Abkehr vom Zwang, vom Beruf, vom Leisten. HASSAN ist für mich zudem eine so genugtuende Negation von allem Schönen, Netten und Erbaulichen, dass der Comic mein persönliches Negativ von Kitsch ist, die konsequente Anti-Haltung: (Zum Vergrößern anklicken.) Aber Anti-Haltungen müssen sich, wenn sie wirklich konsequent sind, irgendwann auch gegen sich selbst wenden. Denn anti sein heißt, alles zu negieren, alles, ALLES! Ja, und das ist nun auch passiert. Von der Anti-Kraft HASSANs bin ich ins genaue Gegenteil geschleudert worden. Genauer gesagt ins Bett von zwei namenlosen Turteltäubchen, die nachts miteinander über die Liebe munkeln. Wenn…

30. Juni 2015

Woran ich schreibe … nicht ohne Hassan!

Die Wochen sind dahingeflogen. Lange war ich nicht mehr auf dem Blog, und das ausgerechnet nach dem letzten Suizid-Hassan. Aber ich lebe noch! Und zwar ziemlich unspektakulär. Fahre morgens nach Dahlem raus, wo die Uni ist, versuche Hegel und Schelling zu lesen und spiele Sudoku und Spider Solitär, höre mir Vorlesungen über die Apokalypse an (sehr bald, sagen fast alle, und das zu allen Zeiten), trinke lecker Mensa-Kaffeeeisbrei (mit extra Sahne) und sitze bis abends an einem Computer in der Bibliothek. Um zu schreiben, natürlich. An ganz verschiedenen Romanen. Na gut, es sind eigentlich zwei Romane. Der eine fiel mir ein wie ein Lichtstrahl, ich glühte regelrecht vor Vorfreude, mich an die…

14. Mai 2015

Neues von Hassan. “In der Ferne Züge: verpasste Suizide”

Hassan ist mein neues Lebensmaskotchen, meine Muse. Einige ihrer/seiner Abenteuer möchte ich mit euch teilen. Zum Beispiel Hassans Reaktion auf unseren Sommeranfang: Herbstspaziergang. Bitte zum Vergrößern anklicken. Viel Vergnügen.

2. April 2015

Larmoyanz schlägt um (sich. Oder in etwas.)

Ich war lange nicht mehr hier. Der Blog fühlt sich an wie ein Zimmer, das ich gemieden habe, und dessen Wände sich kühler, lebloser anfühlen als zuvor, unergriffen von menschlichen Blicken. Das liegt daran, dass ich mich nach dem Erscheinen von NoN und einigen Lesungen so öffentlich fühlte, dass ich eine Weile gar nicht mehr darüber nachdenken wollte, dass diese Geschichte, dieser türenreiche Würfel aus dem Gebäude meines Innenlebens jetzt öffentlich ist, in den Händen von vielen. Einerseits bin ich sehr interessiert daran, Leser zu treffen, andererseits ist es verstörend, dass sie Fremde sind, obwohl man mit ihnen doch so Intimes teilt. Eigentlich möchte ich jeden Leser mit Namen kennen, wissen, was er…

15. März 2015

Fetischmädchen (Bericht von der Leipziger Buchmesse)

Erkältet, zerknittert, sterbensmüde, so komme ich dieses Jahr von der Leipziger Buchmesse zurück – und wie war es toll! Ich durfte so viele interessante Menschen kennenlernen, sogar den einen oder anderen Testleser hier vom Blog. Nach über zehn Jahren Schriftstellerei erschrecke ich mich immer noch, wenn leibhaftige Leute vor mir stehen, meine Innenwelten gedruckt in der Hand, und sich als Bewohner derselben Träume offenbaren. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen. Vielleicht ist das auch gut so. Die besonderen Momente der letzten Tage sind kaum zu vermitteln. Zum Beispiel, als mir die Bookwives nach einem gemütlichen Interview im schrankgroßen Hinterzimmer des dtv junior Standes die Beweglichkeit ihres mobilen Traummannes demonstrierten. Oder als ehemalige Analphabeten bei einer gemeinsamen…

8. März 2015

Lyrik-Flashmob #2

Endlich wieder! Nachdem der erste Lyrik-Flashmob mit euch einen Haufen toller Gedichte zutage gefördert hat, möchte ich hiermit noch einmal zum beherzten Durchschaufeln eurer literarischen Schubladen, Tagebücher, Poesiealben und Geheimmappen aufrufen. Ich werde mit einem Gedicht den Anfang machen und hoffe, ihr stellt viele interessante Werke in den Kommentaren aus.   Außerdem möchte ich euch noch auf eine Ausschreibung hinweisen, die für die Lyrikbegeisterten unter euch interessant sein könnte – es geht um eine Publikation: “Als End- und Höhepunkt des Projektes „Babelsprech“ wird Ende Oktober 2015 die dritte Ausgabe der vielbeachteten Anthologie „Lyrik von Jetzt“ im Wallstein Verlag erscheinen. Deadline ist der 31. März! Mit „Lyrik von Jetzt 3“ sollen…

9. Februar 2015

Zeichenstunde in der Ringbahn

Gestern fand ja die Zeichenstunde in der Ringbahn statt: Lis(s)a, Jenny, Johanna, Sophia und ich sind einmal wie Nicki und Canon rund um die Berliner Innenstadt gefahren und haben Leute abgemalt. Und das, ohne angeschnauzt zu werden! Handys sei dank – die meisten Fahrgäste starrten wie hypnotisiert auf ihre kleinen technischen Weltenfenster. Die Ergebnisse unserer Zeichenstunde will ich niemandem vorenthalten. Ich finde, es war ein sehr produktiver Mittag! Danke nochmals Lisa (ich lasse dein virtuelle-Identität-S jetzt weg, weil ich mich auf dein reales Ich beziehe), Jenny, Sophia und Johanna für die unterhaltsamen Stunden. Wie versprochen unser zum Fünftel missglücktes Gruppenfoto:  

28. Dezember 2014

Lyrik-Flashmob #1

Wie versprochen geht es heute los mit der Offenlegung meiner und hoffentlich auch eurer weichen, austerigen Herzen von damals und heute – in lyrischer Form. (Wie sonst?) Es war ganz schön schwer, mich zwischen all den Gedichten aus meinem Ordner zu entscheiden, die sich in den letzten sechs Jahren angehäuft haben. Sechs Jahre, weil ich damals wieder mit Lyrik anfing, und zwar ziemlich ahnungslos. Darum ist eins der Gedichte, die ich heute veröffentlichen will, auch eins der ersten, die ich schrieb. Es handelt ganz konkret davon, warum ich mich überhaupt an die Lyrik gewendet habe, nämlich aus einer Schreibkrise heraus. Ich tat mich schwer, an meinem Roman zu arbeiten. Es fühlte…

25. Dezember 2014

Aus dem Zwang heraus, immer das Ende zu verraten: das Thema ist LYRIK-FLASHMOB

Dieser Blogeintrag hat ein Thema, aber weil es derzeit noch irgendwo unter den flüchtigen Dingen verborgen liegt, die mein Bewusstsein füllen, gibt es die erratischen Flatterwesen aus meinem Kopf zuerst: 1. Weihnachten war gestern. Habt ihr gefeiert? Ich war allein und hab gezeichnet. War aber nicht deprimierend, weil ich nicht daran gedacht habe, dass Weihnachten ist, Jahrestag meiner größten Kinderfreuden, Geburtstag des Heilands, Festzug der Coca-Cola-Trucks, Kannibalismussause irgendeines vergessenen keltischen Stammes. (Ist die Tatsache, dass ich nicht dran gedacht habe, deprimierend? Eine gewisse pragmatische Kulturabtrünnigkeit hat noch niemandem geschadet, schätze ich. Ausgenommen die keltischen Anti-Kannibalen, die wurden nämlich gebacken.) Plätzchen esse ich aber trotzdem gerne, und darauf kommt es doch an. 2. Die Kommentarfunktion bei NoN…

7. Dezember 2014

Schnüffeln im Schreibtisch

Ich habe ja zu Beginn der Testlese-Aktion von NoN angekündigt, dass ich alles aus meinen Schubladen kramen würde, was es an Hintergrundmaterial zu dem Roman gibt. Aber stimmt das wirklich? Und was ist sonst noch so in meinen Schubladen? Ehrlich gesagt, ich wusste es selbst nicht so genau. Darum bin ich auf Erkundungstour gegangen und einmal mit Nasenspitze voran durch den Schreibtisch gekraucht. Es wurde im Vorfeld nichts aussortiert oder dazugelegt, das wird evident bei einigen Schubladen… Den Neugierigen unter euch wünsche ich viel Vergnügen!

6. Dezember 2014

Fazit: Spam, Kommentarschwund, Backupmangel

  Da hat man sich gemütlich auf seinem Blog eingerichtet und fühlt sich ganz zu Hause, und was kommt dann? Spam. Nerviger, dummer Viagra-rezeptfrei-aus-Indien-Spam. Wenn die wenigstens Medikamente anböten, die meine Bedürfnisse ansprechen. Vicodin, irgendwer? Valium vielleicht? Ritalin meinetwegen auch. Aber nö, stattdessen 5000 Links zu einer Autoversicherung. Autoversicherung? Ich hab nicht mal den Führerschein, Leute! Wer seid ihr, Spammer? Ich stelle mir einen Haufen kettenrauchender Misanthropen vor flimmerigen Bildschirmen in irgendeinem Land vor, in dem die politische und wirtschaftliche Lage eher Bauch-am-Boden ist. Aber vielleicht seid ihr gar keine Menschen, sondern Maschinen, auf Nervtötung programmierte Frankensteinmonster. Was euch natürlich spannend macht, keine Frage. Ich würde gern mit euch in Kontakt treten…

22. November 2014

11. Fazit: Ihr seid tolle Testleser. Dafür gibt’s Bücher.

Das sind doch mal schöne Nachrichten vom Verlag. 20 mal verlost dtv NACHT OHNE NAMEN unter allen Testlesern, die mindestens einmal mit einem Kommentar in Erscheinung getreten sind. Eine sehr noble Entschädigung für die Kürzungsauflage von vorletzter Woche, wie ich finde. Wer also bisher still mitgelesen hat, sollte noch einmal erwägen, ob er nicht doch seinen Namen reinzwitschern und sich für die Verlosung qualifizieren möchte. Erst am Ende der Testlese-Aktion im Februar/März 2015, wenn der Roman erscheint, werden die Gewinner ausgelost. Es sei hiermit auch auf die Teilnahmebedingungen des Verlags hingewiesen. Und als wäre das nicht genug, hat dtv auch noch dieses kleine Special zu NoN auf der Verlagsseite eingerichtet. Cool. Was gibt…

5. Oktober 2014

Verlosung: zweimal zusammen zeichnen wie Nicki und Canon

Wer NoN die letzten Wochen als Testleser begleitet hat, wird bereits wissen, dass dieser schöne Sonntag ein besonderer ist. Statt des nächsten Kapitels darf ich heute eine Gewinn-Aktion bekanntgeben! Was ihr bis wann und wofür eigentlich machen könnt, hab ich in die Kamera reingeschnabelt; die genauen Details, Termine und Kontaktmöglichkeiten findet ihr unter dem Video:     Mann, Mann, Mann, wenn ich gefilmt werde, weiß ich nie, was ich sage. Das hält mich aber nicht davon ab, freudig vor jede Linse zu hechten. Vielleicht ist das mein Bungee Jumping. Oder ich bin aufmerksamkeitsgierig. Es gibt immer eine schmeichelhafte und eine schonungslose Möglichkeit, das widersprüchliche Gewirr aus Verhalten und Empfinden zusammenzupressen, damit eine Persönlichkeit sichtbar wird,…

29. August 2014

NACHT OHNE NAMEN: der Schauplatz

Nur noch zweimal schlafen, dann beginnt das große Testlesen! Ich bin so gespannt, was ihr zur Geschichte sagen werdet. Gleich im ersten Kapitel ist nämlich schon eine Passage, zu der ich eure Meinung einholen will, weil… Ach, ich muss mich zusammenreißen, jetzt nicht schon alles zu verplappern! Und da wir uns quasi im Anflug nach NoN befinden, ist hier noch ein Gemälde des Schauplatzes, das ich vor dem Verfassen des Romans malte und währenddessen an der Wand gegenüber des Schreibtisches immer im Blick hatte. Zu sehen ist nicht das normale Berlin mit Fernsehturm, wie man es von Postkarten kennt, denn im Roman ist die Stadt (und das Darunterliegende) eher ein nebulöses Nest in…

21. August 2014

Nacht ohne Namen – worum geht’s?

In 10 Tagen erscheint das erste Kapitel von NoN hier auf dem Blog. Wie ihr Testleser werdet, hab ich im letzten Eintrag zusammengefasst (genau genommen müsst ihr bloß mitlesen und nach Lust und Laune kommentieren). Heute will ich noch ein paar Details über die Geschichte ausplaudern, damit ihr am 31.August nicht ins völlig Ungewisse tapst. Bei NoN handelt es sich um ein Jugendbuch, weil die Hauptfiguren zwischen 12 und 19 sind. Eine Skizze der Figuren mit Namen und Alter hab ich hier gepostet. Gut, einer der Helden ist laut Skizze etwas über 1200 Jahre alt. Was bedeutet, NoN ist ein Jugendbuch mit verdammt trockenen Leichen! Nein, Quatsch. Mit phantastischen Elementen! Zum Inhalt: Sie…