28. Februar 2014

Schlimm ist das …

… wenn man eine Plaudertasche ist wie ich (zumindest in schriftlicher Form) und es noch so lange dauert, bis andere lesen können, was man jetzt JÄÄTZT! geschrieben hat. Mein neues Buch ist fertig. Ich habe diesmal ganz anders gearbeitet als sonst und mehrere Variationen von Szenen verfasst, von denen ich nun die hoffentlich besten zusammengefügt habe. Und – ganz anders als sonst – bin ich diesmal richtig zufrieden damit! Normalerweise finde ich das Buch, das ich zuletzt geschrieben habe, immer am schlechtesten, weil es zu nah an mir dran ist. Ich muss immer ein weiteres Buch dazwischenpacken, damit ich das vorherige wieder mögen kann. Vielleicht habe ich diesmal meine eigenen…

8. Dezember 2013

Am Ende des neuen Romans …

Endlich ist es so weit: Nur noch ein Kapitel, dann ist mein aktuelles Buch fertig geschrieben! Das ist genau der richtige Moment, um eine Pause zu machen, tief Luft zu holen, an den Anfang zurückzukehren und den gesamten Text bis hierhin noch einmal durchzulesen. So kann ich alle losen Enden aufsammeln und im letzten Kapitel zu einer krönenden Schleife zusammenbinden. Na ja. So hab ich mir das jedenfalls gedacht. Und beginne zu lesen. Und bekomme Ideen. Verbesserungsideen. Um die Wahrheit zu sagen: Drei Figuren aus der frühesten Planungsphase haben sich zurückgemeldet. Sie kamen mit unschlagbaren Argumenten, warum sie einen Platz neben den Helden verdienten, und drohten mir außerdem, andernfalls als…

24. Oktober 2013

Dreiäugige Fische, zweiköpfige Pilze, einzigartige Liebe

Ich möchte ja nicht über mein Essverhalten reden. Frauen in ihren Zwanzigern reden meiner Erfahrung nach mehr über Quinoa, saisonales Gemüse und Vegetarismus als der schimpfwütigste Fleischer. Dabei interessiert das eigene Essverhalten andere Menschen in der Regel so wenig wie das Essverhalten anderer einen selbst interessiert, deshalb halte ich mich aus der schmatzenden Schwatzerei lieber raus. Aber heute gibt es eine Ausnahme. Als ich nämlich vorhin mein Mittagessen zubereitete, fand ich in der Champignon-Packung zwei Pilze, die zusammengewachsen waren. Oder war es ein Pilz, der zwei Köpfe hatte? Jedenfalls war mein erster Gedanke TSCHERNOBYL! Atompilz! Genmanipulierter dreiäugiger Simpsonsfisch! Dann dachte ich an die strengen EU-Richtlinien, die vollkommen einwandfreies Gemüse verbieten, wenn…

10. September 2013

Woran ich gerade schreibe

Es ist fast ein Jahr her, dass mein letzter Roman, “Noir” erschien. Was hat sich seitdem getan? Sehr viel! Abgesehen davon, dass ich im reifen Alter von 25 Jahren noch einmal angefangen habe zu studieren – und zwar Philosophie und Religionswissenschaften, hier in Berlin -, war ich natürlich weiterhin fleißig am Tagträumen und habe manches davon zu Papier gebracht, wovon wiederrum manches die geheimnisumwitterte Intimität meiner Schublade verlassen kann und vielleicht auch wird. Seit drei Monaten arbeite ich mit Feuereifer an einem neuen Roman, der mich zurück in meine eigene Teenagerzeit entführt hat. Es geht um Liebe, Magie und tödliche Gedanken – wie das in der Jugend eben so ist … Die Hauptfigur ist…

21. Juli 2013

Erinnerung aus dem Spätwinter

Aus dem Notizbuch, Februar 2013: Ich stand am Bahnsteig und wartete die 7 oder 8 Minuten auf meine U-Bahn, da fiel mein Blick zufällig zu Boden, während ich (aus keinem Grund, an den ich mich erinnern kann) einen Schritt rückwärts machte. Da, auf dem Asphalt, waren die dunklen Abdrücke meiner Schuhe. Draußen war feiner Schneeregen gefallen, mehr Regen als Schnee, ein gefiederter Schlafregen. Er hatte sich an meine Schuhe geheftet, um meinen Schritten eine Spur zu geben. Ich ging rückwärts nach rechts und betrachtete die blassschwarzen Abdrücke, die von meiner Vergangenheit blieben, dann ging ich zurück zum Ausgangspunkt und rückwärts nach links, sodass mein Ursprungsabdruck zwei Schwingen hatte. Das alles geschah…

24. Januar 2013

Dunkle Energie zieht Gravitation

Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm   Ich liebe dich heißt Schüsseln drehen In denen fragwürdige Nüsse schweben Nicht essbar und nicht rauszuwühlen Kaum messbar Magnetismusmühlen In endlos weiter winzig kleiner Galaxie Mit dunkler Energie, die auseinandertreibt Trotz aller gravitätischer Bemühen.

19. November 2012

Das Märchen vom Wind

Heute morgen bin ich mit der Idee und der Melodie dieser Geschichte aufgewacht, ich habe sie so aufgeschrieben, wie sie mir aus dem Schlaf kam:   In der großen Stadt kam ein Sohn zur Welt Sohn von Eltern so reich, wie es wenige schaffen Sie fühlten sich wichtig, denn es war so viel Geld So viel Geld kam von den Ölgeschäften. Der Sohn wuchs auf bei bezahlten Leuten Bei Müttern und Lehrern und Fahrern zuhauf Seltener sah er die Eltern und Kinder Auf die nicht dasselbe Schicksal zutraf. Mit elf oder zwölf begann er zu schreiben Denn Schreiben bekämpft die Einsamkeit Und er schrieb über große Abenteuerreisen Mit Menschen, die…

18. November 2012

Erinnerung

(Öl auf Leinwand, 70 cm x 70 cm)     Prozessionen stirnbewölkter Rauchgeister Marschieren unermüdlich durch meine Haut Fegen durch die Gewölbe meiner Knochen Mit Röcken aus Rosshaar, Kirschmark auf Grinsen Und zwischen den Fingern triefendes Fleisch Das nicht halten will an Elfenzahnrippen. Sie existieren nicht und durchdringen mich Ausgestopft mit wuselndem Nichts, wie Würmer Die sich selbst bei lebendigem Aalen hassen Zu allen Seiten bleibt eine Hand breit Zeit Dann grob gespachtelte Lichtermasse Tage wie Nächte, überleuchtet Vergangenheit Pauspapierdünn, vom fettigen ewigen Jetzt durchweicht.   Ein Mädchentross, wie dornige junge Bäume Ungelenk und biegsam auf jede erdenkliche Weise Gut gesetzte Gesichtsabdrucke zu Flötensingsang Und ich liebe sie alle, begehre…

22. September 2012

Start der Blogtour!

Ich freue mich über den ersten Beitrag der Blogtour zu NOIR: http://www.leselurch.de/ Danke, Leselurch! Aus Zwischen Vögeln und Fischen, 2011

31. August 2012

Morgendichten

Hast noch an den Fingerspitzen Honig ziehen, Schimmelsporen Aufgeblühter Träume Zitzen Faul zerflossen, Zuckergären Sahne gelbe Fäden, Schlieren Suppen knospend Grauen Schlitten reibt durch Ritzen Zerteilt auf allen Vieren Frauen Schneegedeckt zum Himmelbett.   Aus Milliarden Haaren ein Gerüst Aus Empfinden, Vertrocknen und Bruch Fest gebacken auf ihr geschminktes Gesicht. Pyramiden des Lebens, Tage Termiten Tragen und schichten aufeinander Geschichten Katakomben der Krankheit, gekrakelte Zeichen An Wänden einkratzen, Keime und Siechen Verkrümmte Krücken für ihr Besteigen Der Treppen ins Nichts des Vergessens Reste Gebäude, kreuz und quer Verzicht.

26. August 2012

AN TRÄUMEN SICH BETRINKEN (120×140)

  Ich träume viel und lebhaft. Vor einigen Tagen hatte ich wieder Lust zu malen und verschlafwandelte den Abend mit der Entstehung dieses Ölbilds. Dazu ein paar unentfernbare Farbflecken mehr auf dem Parkett und leichter Schwindel von geatmetem Terpentin. Musik währenddessen: Miles Davis, Howlin Wolf, Sonic Youth.